
Mit einem Festakt im Deutschen Nationaltheater ist gestern die "Weimarer Verfassung" von 1919 als Gründungsurkunde der ersten deutschen Demokratie gefeiert worden. Dabei ging Bundestagspräsident Lammert in einer Art Geschichtsstunde auf das Scheitern der Weimarer Republik ein, ohne jedoch die wahren Ursachen zu benennen.
Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann, Gustav Bauer, Hermann Müller, Konstantin Fehrenbach, Joseph Wirth, Wilhelm Cuno, Gustav Stresemann, Wilhelm Marx, Hans Luther, Wilhelm Marx, erneut Hermann Müller, Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher - sie alle waren Reichskanzler zwischen 1919 und 1933.
Und sie alle waren Vertreter einer universalistischen Idee, sie alle hatten die Macht in den Händen, erwiesen sich aber alle als unfähig, das Schicksal Deutschlands abzuwenden und trieben das deutsche Volk immer weiter ins Elend.
Die große Stunde ihrer universalistischen Idee schlug am 9. November 1918 - denn da stand die gesamte Weltanschauung des 18. Jahrhunderts in ihrer Auswirkung auf dem erstrebten Gipfel und hatte buchstäblich die Macht der ganzen Welt in der Hand.
Damit bestand ja die Möglichkeit, die gelehrten Ideale zu verwirklichen und den gläubigen Millionenmassen eine friedvolle Ordnung zu gestalten, die sie immer gepredigt hatte und auch heute noch gebetsmühlenartig wiederholt. Doch echte Taten folgten nie.
Die deutsche Monarchie sank dahin als der angeblich letzte große Widerstand gegen Philosophie und gegen das herrliche Staatsdenken des 19. Jahrhunderts. Und nunmehr war die Möglichkeit gegeben, drei Ideen, denen die Völker anderthalb Jahrhunderte gläubig gefolgt waren, in die Tat umzusetzen.
Es waren die Ideen einer Weltkultur, einer Weltwirtschaft und eines Weltfriedens.
Kein noch so großer Sophist kann heute leugnen, dass diese weltgeschichtliche Stunde die denkbar geringsten Geister und die fragwürdigsten Charaktere zu ihrer Vertretung und Wesenszeichnung auserlesen hatte. Die Demokratie auf der Höhe einer die Welt umfassenden Autorität zeigte sich unfähig zum wirklichen staatsmännischen Denken, und anstatt eine versprochene neue Ordnung zu errichten, sind die sogenannten "Großen von Versailles" die Verantwortlichen für die Zersetzung der Welt geworden.
Sie haben nicht eine Weltkultur mitschaffen helfen, sondern sie haben in fast allen Ländern die furchtbarste Barbarei und Kulturzerstörung heraufbeschworen, und wenn nicht überall ein Chaos entstanden ist, so verdankt die Welt das nur den starken Gegenkräften, die sich dagegen aufbäumten.
Sie hatten einst christliche Prediger gemeinsam mit Opiumhändlern in Länder mit alter Kultur geschickt und das als europäische Kultursendung bezeichnet; sie hatten schon damit erwiesen, dass ihre Vorstellung von Weltkultur verbunden war mit der Missachtung wirklich bodenständiger Nationalgesittung.
Daran hat sich bis heute nichts geändert - wir erleben auch heute wieder, dass die derzeit alleinige Weltmacht Amerika mit den großen, aber längst ausgehöhlten Werten "Demokratie und Freiheit" auf dem Banner nicht der glückseligmachende Erretter der Welt geworden ist, sondern diese immer weiter ins Chaos gestürzt hat und jetzt selbst hilflos in den Trümmern der eigenen Versagerpolitik steht.
Noch halten sie die Macht in den Händen - da sie aber krampfhaft an einem alten Denkschema festhalten, können sie nicht zu neuen Lösungen gelangen.
Das demokratische Denkschema aber beruht auf dem fundamentalen Irrtum, dass die gepredigten Werte und Normen allgemein und unterschiedslos für alle Menschen, Rassen, Völker und Zeiten gültig seien. Zugrunde liegt die dogmatische Idee der Gleichheit aller Menschen und der ebenso falschen Annahme, dass die Umwelt den Mensch forme, der gleich einem leeren Sack auf die Welt käme.
Wer sich allerdings diesem Gleichheitswahn widersetzt und nicht unterwirft, ist einer Verfemung ausgesetzt, die alle Gleichheit für ihn hinfällig macht und einer moralischen Unterscheidung aussetzt, die im vollen Gegensatz zur sonstigen gepredigten "Freiheit" steht.
Der einebnende Gleichheitsgedanke verbindet alle "Internationalen" miteinander.
Die konfessionellen Lehren behaupten die Gleichförmigkeit aller Seelen und die Gemeinsamkeit der Erbsünde, vertreten das Ideal alles umfassender Liebe und haben einen Heilsplan entwickelt, der eine über allen Rassen und Völkern stehende Weltkirche rechtfertigt. Wer diesen Weltherrschaftsanspruch nicht anerkennt, fällt der Verdammnis anheim.
Der Liberalismus betreibt einen ähnlichen Dogmatismus - zwar betrachtet er die Lehren der Kirche als finsteren Aberglauben, ist aber selbst ebenso schematisch, und setzt die "Vernunft" als Wesenszug ein, der allen Menschen, Rassen und Völkern gemein sei.
Jedermann sei als "Vernunftwesen" frei, gleich und selbstherrlich, alle bestehenden Unterschiede seien lediglich Vorurteile und unklare Vorstellungen, die noch nicht vom Lichte des verhassten Nationalismus befreit seien.
"Die Menschen werden frei und gleichberechtigt geboren" behauptete der erste Punkt der "Erklärung der Menschenrechte", die die französische Nationalversammlung 1789 verkündete. Wer dagegen anderen Auffassungen huldigte, musste zur Freiheit und zum Gleichheitsdenken gezwungen werden, erkannte schon einer der größten "Aufklärer", der Franzose Jean Jacques Rousseau.
Und statt der Scheiterhaufen setzten die Gleichheitsprediger für "Freiheit und Brüderlichkeit" die Guillotinen in Gang - Begleitmusik für das Dogma der absoluten Gleichheit.
Heuchlerisch wurde die Stätte der Hinrichtungen "Place de la Concorde" - Platz der Eintracht" genannt und so zeichnete sich schon früh ab, dass die Gleichheitsprediger immer auch ausgekochte Rabulistiker sein mussten, um die Unterschiede mit schönen Worten wegzuspülen.
Direkte Nachfahren des Liberalismus waren der Marxismus - unter seinem internationalen Gleichheitswahn wurden Millionen und Abermillionen erdrosselt - und natürlich die westlich-demokratisch-kapitalistischen Systeme, die heute immer noch "Freiheit und Gleichheit" für alle fordern, aber trotz mittlerweile totaler Macht nicht dazu imstande sind, nun endlich ihre "Gerechtigkeit" zu verwirklichen.
Stattdessen haben sie das organische Leben der Völker vernichtet und damit die Völker heute nun für jedermann sichtbar in ein internationales Chaos gestürzt, aus dem es kein Entrinnen geben kann, wenn man weiterhin an den falschen Idealen aus der Zeit der "Aufklärung" festhält.
Der wirtschaftliche Ruin der westlichen Demokratien aber eröffnet nun neue ungeahnte Möglichkeiten, die Zukunft der Nationen neu gestalten zu können.
Jetzt zerbrechen die alten Werte, jetzt muss sich erweisen, ob die europäischen Völker noch einmal genügend Kraft zur Selbsterhaltung aufbringen, um sich des zerstörerischen Gleichheitsdogmas zu entledigen und sich auf ihre ureigensten Kräfte zu besinnen, um das Schicksal doch noch einmal zu wenden.
12.08.09

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frosch
15.08.09 um 09:05
antworten
90 Jahre Gleichmacherei - da haben wir einen ganz schön großen Trümmerhaufen wegzuräumen.