
Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz der BRD in Kraft – eine Sammlung provisorischen Staatsrecht- und Verfassungsrechts für einen von den Westalliierten gegründeten Staat. Ein bis dahin in dieser Tragweite nicht gekannter Grundrechtskatalog, die Abschaffung der Todesstrafe und eine dezentralisierte Organisation des Gesamtstaates waren die Errungenschaften, die weit über das hinausgingen, was die Westalliierten jener Zeit selbst in ihren Staaten als erforderlich erachteten. Dies verwundert: War es ein Experiment, wie viel Freiheit man einem Volk zugestehen kann, ohne, dass der Machtapparat des Staates darunter zusammenbricht? Wenn ja, ist es vortrefflich gelungen, denn dieser Staat besteht noch heute und feiert selbstbewusst seinen 60. Geburtstag. Es ist tatsächlich möglich, den Staatsbürgern schier grenzenlose Freiheiten einzuräumen und dennoch ein funktionierendes Gemeinwesen zu erhalten. Oder etwa doch nicht?
Das Inforadio Berlin-Brandenburg befragte anlässlich des geschichtsträchtigen Datums Passanten in den Straßen Berlins. Beispielsweise danach, welche Grundrechte sie denn kennen würden. „Freiheit… naja, jeder kann arbeiten, was er will… und Gleichheit… aber so genau weiß ich das nicht mehr aus der Schule“, sagt eine junge Frau. „Gleischheit und so, aber das ist noch nicht rischtisch verwirklischt, zum Beispiel bei Gerischten und so“ sagt ein junger Türke, der in Deutschland geboren wurde. „Das interessiert mich alles nicht“, sagt ein frustrierter Mann in Lichtenberg, „jeder kann seinen Arbeitsplatz frei wählen, und ich bin auf dem Weg zum Jobcenter… noch Fragen?“ Ein anderer, jünger und optimistisch klingender Mann zählt lehrbuchartig auf „Die Würde des Menschen… und das Recht auf Leben…usw.“ – der Zuhörer weiß sofort, dass er dies noch aus der Schule kennt und es niemals nötig hatte, sich auf irgendein Grundrecht zu berufen oder dessen Existenz zu hinterfragen. Auf die Frage, ob es denn gut sei, dass es dieses Grundgesetz gebe, sind die Antworten dagegen eindeutig: „Es würde mir Angst machen, wenn das jemand abschaffen wollen würde“, sagen die meisten.
Grotesk wirkt das, was hier als „öffentliche Meinung“ zutage tritt: Ob es das wirklich gibt, weiß niemand so genau, ob man sich darauf verlassen kann, wenn es darauf ankommt, vermag auch keiner zu sagen, und was es eigentlich ist, weiß auch keiner, aber dass es sehr gut und wichtig ist, das weiß jeder sofort. So bestätigt eine Infratest-Umfrage: Drei von vier Bundesbürgern sind stolz auf ihre Verfassung. Die gebetsmühlenartig wiederholenden Reden der Demokraten haben sich in den Köpfen festgesetzt.
„Die Eltern des Grundgesetzes schufen eine solide Ordnung dafür, wie freie Bürgerinnen und Bürger sich ein Leben in einer gerechten Gesellschaft erarbeiten können", lobt Bundespräsident Köhler.
Tatsächlich wurde dieses Wunderwerk der Gerechtigkeit bis 2006 durch ganze 52 – zweiundfünfzig – Gesetze zur Änderung des Grundgesetzes umgestaltet. Durch jedes dieser Gesetze wurden etliche Artikel eingefügt, erweitert, verkürzt oder entfernt. Was man 1949 schuf, ist heute ein zerstückeltes Sammelsurium von Ausnahmen, Vorbehalten und oftmals von sehr interpretationsbedürftigen Formulierungen. Kein Wunder, dass kaum ein Staatsbürger dieses Machwerk besonders gut kennt oder gar versteht. Auch die viel gepriesenen Grundrechte sind mit Vorsicht zu genießen, sobald man den Gesetzestext aufschlägt: So heißt es in Art. 13 Abs. 1 GG „Die Wohnung ist unverletzlich.“ Es folgen sechs weitere Absätze mit insgesamt 36 Zeilen in Schriftgröße vier, in denen Ausnahmen von diesem wunderbar klingenden Grundrecht gemacht werden, zum Beispiel zur Abwehr dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit.
Doch was, wenn man Köhlers Aussage wörtlich nimmt? Es besteht eine solide Ordnung – so solide, dass sie jährlich geändert werden muss? Man könnte meinen, der Bundespräsident lügt. Doch das tut er nicht. Vielmehr spricht er ganz unverhohlen eine bedrohliche Wahrheit aus. Eine Wahrheit, die sofort erahnen lässt, weshalb die Ordnung nur solide ist, wenn man sie ständig ändert. Und eine Wahrheit, die bekennt: Die Eltern des Grundgesetzes sind weder Westalliierte aus den späten 1940ern noch der parlamentarische Rat nachkriegsdeutscher Politiker. Die von Köhler gelobten Eltern des Grundgesetzes sind allgegenwärtig in Form der jeweils herrschenden Demokratenclique, zu der auch Köhler selbst gehört. Um welche Wahrheit aber geht es, die in Köhlers Worten mit nur wenigen Überlegungen zu finden ist?
„Freie Bürgerinnen und Bürger“ können sich ein Leben in einer gerechten Gesellschaft „erarbeiten“. Zunächst impliziert diese Formulierung, dass es auch unfreie Bürgerinnen und Bürger zu geben scheint, denen es generell versagt ist, in einer gerechten Gesellschaft zu leben. Schaut man sich die Garanten für Freiheit – die Grundrechte – und deren Gesetzesvorbehalte nun genauer an, fällt auf, dass viele Freiheiten denen versagt sind, die sich über die von den Demokraten gesetzten Grenzen hinaus eine Meinung, ein Weltbild oder gar ein alternatives politisches Konzept für das deutsche Volk zu eigen machen – genau denen also, die tatsächlich die einschlägigen Grundrechte für sich in Anspruch nehmen – denn jeder, der staatstreu nach dem Tenor der Massenmedien redet und lebt, braucht überhaupt kein Recht, auf welches er sich gegenüber dem Staat berufen kann. Diese Personen, gegenüber denen die Grundrechte durch Anwendung der Gesetzesvorbehalte faktisch ausgehebelt werden können, sind also schon konzeptionell nicht gemeint, wenn es heißt, irgendwem könnte in diesem Staate Gerechtigkeit widerfahren – denn sie sind ja keine „freien Bürgerinnen und Bürger“.
Als „freie Bürgerinnen und Bürger“ verbleiben jene, die sich nicht staatsalternativ betätigen und deshalb zunächst in den Genuss der Grundrechte kommen. Diese können sich ein Leben in einer gerechten Gesellschaft „erarbeiten“. Richtig gehört – auch sie leben nicht automatisch in einer gerechten Gesellschaft. Wir erinnern uns an den verbitterten Herrn aus Lichtenberg im Inforadio: Er geht zum Jobcenter, deutet missmutig an, er könne seinen Arbeitsplatz gar nicht frei wählen. Doch das kann er: Er will bloß leider einen Arbeitsplatz, der schon besetzt ist – Pech gehabt, aber frei gewählt hat er ihn doch, oder? „Erarbeiten“ hieße für ihn demnach: „Nimm einen anderen Arbeitsplatz und tu was dafür – wie wäre es mit Leiharbeit, Montage, oder vielleicht im Ausland“?
Das ist die Wahrheit, die das Staatsoberhaupt der BRD dem deutschen Volk am Jahrestag des Grundgesetzes eiskalt verkündet – wortwörtlich, nur in einer Stimmlage, die zunächst nicht erahnen lässt, was der wahre Sinngehalt seiner Worte ist.
Die Aussage Köhlers verrät auch, weshalb anlässlich des BRD-Geburtstags „Bürgerfeste“ stattfinden: Nicht nur, dass Angehörige vieler Völker inzwischen Bürger der BRD sind – nein, ein „Volksfest“ setzt voraus, dass es ein solches Volk auch gibt. Zwar gibt es auf deutschem Boden neben den vielen anderen Völkern noch einen Restbestand des deutschen Volkes – aber dieses ist gar nicht das Staatsvolk der BRD: Art. 16 GG spricht von Angehörigen des Staates – nicht des Volkes. Diese Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen, wohl aber verliehen werden. Das offenbart über die Haltung der „Eltern des Grundgesetzes“ vor allem eines: Das „Staatsvolk“, für welches nach der Unterwerfung des deutschen Volkes 1945 das Grundgesetz als „vorläufige Verfassung“ beschlossen wurde, ist nach Belieben der Herrschenden austauschbar – und lange nicht jeder, der Angehöriger des deutschen Volkes ist, ist gerngesehener Bürger der BRD. Staatsbürgerschaft ist keine Bluts-, sondern eine Einstellungsfrage. Der Staat ist nicht „eine Organisation, deren Zweck die Erhaltung des Volkes ist“, wie er über Jahrtausende verstanden wurde, sondern der Staat ist eine Firma mit teilweise unkündbarer Belegschaft, die den Managern schon lange ein Dorn im Auge ist und daher zu spüren bekommt, dass nur, wer sich für die Firma einsetzt, auch mit staatsbürgerlichen Freiheiten entlohnt wird, jeder andere diesbezüglich jedoch allenfalls einen Hungerlohn empfängt.
Erinnerungen werden wach zum Gegenstück der BRD, welches ebenfalls 1949 entstand und sich dann nach 40 Jahren über Art. 23 alte Fassung GG dem Geltungsbereich des Grundgesetzes anschloss. Auch dort, in der DDR, feierten die Machthaber noch stolz und selbstbewusst einen „runden Geburtstag“ – in den Reden und im Geiste unüberwindbar weit entfernt vom deutschen Volk in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone. Auch die DDR nannte sich „demokratisch“. Auch die DDR bespitzelte, schikanierte, verfolgte und inhaftierte Oppositionelle. Auch die Verfassung der DDR enthielt Grundrechte. Auch in der DDR lobten die Demokraten ihren eigenen Staat, als dessen wirtschaftlicher Ruin und der nicht aufzuhaltende Zusammenbruch der Sowjetunion bereits in aller Munde waren.
Die Parallelen zur BRD und den selbstverliebten Feierlichkeiten derer, die das deutsche Volk am liebsten entlassen und auf dem „Arbeitsmarkt Welt“ seinem Schicksal überlassen würden, sind unübersehbar – und bald schon wird man auch eine letzte Parallele ziehen können. So wusste schon der preußische Politiker Heinrich Leo Mitte des 19. Jahrhunderts: „Jedes Jubiläum ist eine Vorfeier des Begräbnisses.“ Wir wünschen gelungene Bürgerfeste im ganzen Staat!
23.05.09
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_steven
23.05.09 um 15:52
antworten
-60Jahre Knechtschaft-
So sollte die Überschrift der Scheindemokraten lauten, bei ihren Festen.
Seit 60 Jahren werden wir geknechtet, jetzt wird das auch noch so groß gefeiert und obwohl die Depression bei der Bevölkerung riesig ist, gehen jetzt die Menschen alle schön auf die Straße feiern, feiern ihre eigenen Unterdrücker...-unverständlich-
Sie bejubeln eine "Verfassung" in der steht:
Artikel 1a Einschränkung der Grundrechte*
"Die Grundrechte auf Leben und der körperlichen Unversertheit...,der Freiheit der Person..., der Freiheit der Versammlung..., des Brief-, Postund Fernmeldegeheimnisses und der Unverletzlichkeit der Wohnung werden nach Maßgabe dieses Gesetztes EINGESCHRÄNKT."
(*Bundesgesetzblatt 2006 Teil II Nr.7, ausgegeben zu Bonn am 22.März 2006.)
Ja, mitten in der Euphorie der WM 06 beschneidet man einfach radikal unsere sogenannten Grundrechte für jedermann auch klar einsehbar, doch scheint es niemanden zu interessieren, nein ganz im Gegenteil man feiert das noch groß.
Brot und Spiele und alle sind glücklich... da verliert man ja schon fast die Kraft weiter zu kämpfen gegen dieses kriminelle System, gegen die Neue Weltordnung, wenn man sieht wie dumm das Volk ist, wie faul und wie blind... doch aufgeben sollte...aufgeben darf für niemanden in Frage kommen...
Unperson
28.05.09 um 05:20
antworten
Der Titel: "60 Jahre Volkstod" ist vielleicht etwas schlecht gewählt. Der schleichende Volkstod begann spätestens 1945, eher noch 1943, womöglich auch schon 1914 - das ist diskussionswürdig - aber ganz bestimmt nicht erst 1949.
Macht diese BRD nicht wichtiger, als sie wirklich ist!
Karl
28.05.09 um 08:08
antworten
Es geht aber in dem Artikel um das 60jährige Jubiläum der BRD und deren Verbindung zum "Volkstod". Und wie Du nun auf 1914 oder 1943 kommst, ist mir schleierhaft - dass ein ganzes Volk durch Krieg stirbt, ist weit unwahrscheinlicher, als es bei gezielter ethnischer Zersetzung und Geburtenverweigerung der Fall ist (denn hier liegt die "Chance", auszusterben, bei 100%).
Martin
28.05.09 um 10:54
antworten
@Unperson
Das ist ja völliger Quatsch was Du da schreibst. Denn tatsächlich gelang es den Nationalsozialisten die Geburtenrate von 15,1 Kinder pro 1000 Einwohner im Jahre 1932 auf 19,7 Kinder im Jahr 1938 zu erhöhen (heute liegt die Geburtenrate bei unter 9 Kindern). Und wenn Du Dir mal die Zahlen zur demografischen Entwicklung anschaust, wirst Du das auch in der Zeit des 2. Weltkrieges in der Bevölkerungspyramide erkennen – und das trotz des hohen Blutzolles, den das Volk in diesen Jahren durch den Krieg hat entrichten müssen.
Willi
28.05.09 um 11:51
antworten
@Martin
Na völliger Quatsch ist es nicht, was Unperson schreibt. Der nahende Volkstod war schon zur Weimarer Republik so stark, dass das Thema Bevölkerungspolitik näher betrachtet wurde (siehe Friedrich Burgdörfer "Volk ohne Jugend" 1932).
Im Gegensatz dazu hast du wieder Recht, wenn du sagst, dass während der bekannten 12 Jahre der Geburtenrückgang durch aktive bevölkerungspolitische Maßnahmen des Staates gestoppt und sogar umgekehrt werden konnte.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Demokraten, schon zur Weimarer Republik und auch jetzt in der BRD, aus ideologischen Gründen eine sinnvolle Bevölkerungpolitik verteufeln und somit unmöglich machen und damit einen Beitrag zum aktiven Vokstod leisten.
Karl
28.05.09 um 13:57
antworten
@Willi
Stimmt. Aber ginge es darum, sich mit der "völkertötenden Art" der Demokratie auseinanderzusetzen, könnte man es in so ziemlich jeder Demokratie der "westlichen Wertegemeinschaft" machen. Der vorstehende Artikel macht genau dies mit dem System in der BRD. Verstehe daher die Kritik von Unperson nicht. Bzgl. "Weimar": Damals wie heute steht Demokratie für den Volkstod, NS für das Gedeihen des Volkes!
@_steven
Naja... das steht nicht in der Verfassung, sondern, wie Du selbst sagst, im Bundesgesetzblatt. Dass das dort steht, hat seinen Grund in Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG ("Zitiergebot"). Ein Gesetz, das Grundrechte einschränkt, muss das eingeschränkte Grundrecht nennen. Ob und wie Grundrechte eingeschränkt werden können, steht im jeweiligen Grundrecht selbst bzw. ergibt sich aus Grundrechtskonkurrenzen oder verfassungsimmanenten Schranken der Grundrechte. Dieses Problem hätte aber JEDE Rechtsordnung, die Grundrechte beinhaltet (zB Berufsfreiheit des Fleischers gegen Tierschutz --> Schächtverbot; Meinungsfreiheit gegen Menschenwürde --> Strafnorm gegen Beleidigungen; Freiheit der Person gegen Strafverfolgungsanspruch des Staates --> Haft...) - wer keine Anarchie normieren möchte, wird solche Konkurrenzprobleme leider nicht verhindern können.
Marcus
02.06.09 um 22:52
antworten
Das was für uns Deutsche "volkstödlich" wirkt ist nicht deren allgemeine Politik. Denn Politiker sind abwählbar, vielleicht im besten Falle eine schöne Zier, für alle Laternen, Galgen und hoch emporgewachsene Eichen. Das allerschlimmste ist wohl der Medienapparat. Er muss ja nicht einmal staatlich kontrolliert sein. Doch mit der Zeit haben sich in den Köpfen vieler Freidenker (die meisten glauben zumindest sie wären welche) Fehler eingeschlichen, Tabus genannt. Wahre Probleme werden nicht angesprochen, man könnte ja Gefahr laufen, dass Denken dem alzu dummen Pöbel zu überlassen. Auch wenn mal Probleme thematisch völlig zusammenfasst, in seiner Komplexität nicht mal ankratzt, hat das für viele überhaupt keine Konsequenz. Man gibt sich Mühe, sich selbst einzureden, dass ein wenig Hoffnung noch im Ansatz vorhanden sei. Bis es dann hoffentlich bald zu spät ist.
moT
03.06.09 um 09:20
antworten
Es sind "alles" große Instrumente für das tolle Staatsschauspiel, aber abwählbar sollte nur das System sein, sonst Volkstod! Demokratie ist organisierte Heuchelei auf sogut wie jeder Ebene (darf ich das hier sagen?).
....
05.06.09 um 13:26
antworten
@willi
"aktive bevölkerungspolitische maßnahmen"
das klingt direkt harmlos. ich weiß ja nich ob es in einer modernen gesellschaft so erstrebenswert ist die menschen wie zu lebensborn-zeiten in Paarungslager zu stecken oder Frauen irgendwelche hirnlosen Orden an die Brust zu stecken je mehr Kinder sie bekommen.
Totaler Schwachsinn euer gebrabbel hier. IHR bringt dem Land den Volkstod.
Martin
05.06.09 um 18:31
antworten
Vielleicht solltest Du es dann unterlassen politische Seiten zu laden und Dich lieber auf den Seiten der TV-Sender nach den Fortgang Deiner Lieblingsserie erkundigen. Das Grundverständnis scheint Deiner Aussage nach ja eh zu fehlen. Dabei hätte schon ein Blick in die Wikipedia genügt, um zu erkennen, dass „bevölkerungspolitische Maßnahmen“ nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit tatsächlichen oder vermeidlichen Maßnahmen des damaligen NS-Staats stehen. Dann hättest Du gewusst, dass diese in jedem politischen System ganz normale Vorgänge sind, die in der Familien-, Sozial-, und (das dürfte Dich jetzt sicher besonders verwundern) Migrationspolitik umgesetzt werden. Aber das muss sich Dir ja verschließen, denn darum geht es Dir im Grunde ja auch nicht. Da hättest Du ja auf die vorgebrachten Maßnahmen, die hier auf der Seite stehen, eingehen müssen, hättest nicht vorgefertigt Denkmuster bedienen müssen, die zwar ein tolles Abbild der vorherrschenden Zustände liefern, jedoch in keinen Zusammenhang mit der Wirklichkeit stehen.
moT
07.06.09 um 09:10
antworten
@..... und du hast Recht, du weisst es nicht!
Willi
08.06.09 um 14:13
antworten
@... da kann ich mich den anderen nur anschließen.
Es geht bei solchen "aktiven Maßnahmen" nicht um irgendeinen Zwang oder ähnliches, sondern um einen wirklichen Anreiz mehr Kinder zu bekommen, was ja an sich selbst für dich nicht unbedingt negativ behaftet sein dürfte.
Um den Rahmen hier nicht zu sprengen, möchte ich dir hier bespielsweise das Ehestandsdarlehen erläutern:
Bei einer Eheschließung konnte das Paar ein Darlehen von bis zu 1000 Reichsmark bekommen und mit jeder Geburt eines Kindes wurde ein Viertel davon erlassen. Damit du jetzt nicht den Taschenrechner rausholen musst: bei 4 zukünftigen Kindern betrug also die Rückzahlung 0 RM!
Doch das ist noch nicht alles. Um die Wirtschaft noch zusätzlich anzukurbeln wurde das Darlehen nicht in Bargeld sondern in sogenannten Bedarfsdeckungsscheinen ausgezahlt, die zur Anschaffung von Möbeln und sonstigem Hausrat berechtigten.
Die Finanzierung hatten übrigens die Ledigen zu tragen.
So und jetzt erklär mir mal, was daran schlecht gewesen sein soll!?
Wenn du dich in der Richtung Bevölkerungs- und Sozialpolitik mal ein wenig weiterbilden oder belesen möchtest, kann ich dir "Vom Klassenkampf zur Volksgemeinschaft" von Max Klüver empfehlen. Gibt´s bei booklooker.de schon für 12€. Das sollte es dir doch wert sein...
???
10.06.09 um 14:49
antworten
was wären denn sinnvolle "aktive bevölkerungspolitische maßnahmen" ?
es gibt doch elterngeld, kindergeld, uvm ...
und wenn ich mich im süden brandenburgs so auf den straßen umsehe, kann ich nur feststellen, dass sich die unterschichts-teilnehmer vermehren wie die karnickel gerade weil sie sich so finanzieren. das kann doch nicht dem "volkstod" entgegenwirken !?
wir waren mal das volk der dichter und denker.
nun brauchen wir uns nicht wundern, dass es die möglicherweise eine blue-card geben wird. selbst schuld.
und es kann mir keier erzählen, dass sie produkte ihrer umgebung sind. ich nenne das dumm und faul inkl. verblendet.
egal in welcher politischen richtung.
geschichtliches faktenwissen hat noch nichts geändert und klingt nur bedingt klug. lesen können ja die meisten von uns...
ps: wikipedia als quelle anzugeben ist nicht besser als die aussage von "..."
leere parolen. heiße luft. werdet erwachsen und steigert das b.s.p.-selbst. dann habt ihr auch weniger zeit euch hier die taschen voll zu hauen. nur kritik bringt keinen voran...
???
10.06.09 um 17:18
antworten
moment mal...
dieses diskussions-forum stellt sich ja hier mit dem GG der BRD auf eine eingeschränkte stufe. keine meinungsfreiheit sondern die kommentare müssen erst genehmigt werden...
und nur ein kommentar pro stunde !?
bin immer noch ???
gruß
stefan
Bubo
10.06.09 um 21:04
antworten
Wer sagt denn, dass wir Dir uneingeschränkte Meinungsfreiheit garantieren? Was ist denn bitte eine uneingeschränkte Stufe?
Und wenn sich die "unterschichts-teilnehmer" fortpflanzen und die "oberschichts-teilnehmer" nicht, ist das sehr wohl eine Situation, die den Volkstod beschleunigen wird. Die Geburtenverweigerung, egal welcher Schicht unseres Volkes, ist das Verbechen gegen unsere Zukunft.
Martin
10.06.09 um 21:42
antworten
@???
1. ist das hier kein Diskussionsforum, sondern eine Kommentarspalte (siehe Kommentieren, Diskutieren).
2. wird die Meinungsfreiheit nicht auf einer Internetseite beschnitten, sondern vom BRD-Apparat, der diese durch das Strafgesetz einschränkt, Aussagen, Schriften usw. unter Strafe stellt und damit eine Kontrolle der Kommentare vor Veröffentlichung notwendig macht.
3. ist die Einschränkung nur ein Kommentar pro Stunde je Artikel senden zu können eine Technische, die durch automatisierte Spam-Scripte (was genau das ist, erkläre ich dir ein ander mal ;) notwendig ist. Sicher gibt es da alternative Verfahrensweisen, aber das liegt ja an den jeweiligen Betreibern von Internetseite, was da vorteilhafter angesehen wird.
Zudem denke ich, das jeder Betreiber einer Seite das Recht hat zu bestimmen, was er auf dieser veröffentlicht oder nicht. Im normalen Leben wirst Du sicher auch keine Beleidigungen oder nervende „Trolle“ in einem Gespräch dulden. Würde ich hier die Verantwortung haben, hätte ich Deine Kommentare schon lange gelöscht. Das Internet ist im Übrigen (zumindest noch) so konzipiert, das jeder einen Blog etc. ins Netz stellen und da jeden Mist veröffentlichen kann, von dem er meint, das er wichtig ist. Also tu dir keinen Zwang an und nerve hier nicht.
Willi
10.06.09 um 23:33
antworten
@Stefan
Im Prinzip hast du dir deine Frage ja schon selber beantwortet! Elterngeld, Kindergeld u.s.w. stellen für Menschen mit einer normalen oder höheren Bildung und einem dementsprechenden Beruf eben keinen wirklichen Anreiz dar, Kinder zu bekommen. Und gerade dieser Nachwuchs ist es ja, den wir brauchen, um die Zuwanderung "qualifizierter" Arbeitkräfte (blue Card) aus dem Ausland zu verhindern, wobei die meisten dieser Zuwanderer eher zu Lasten der sozialen Sicherungssysteme hier leben.
Du hast aber Recht, geschichtliches Faktenwissen allein ändert natürlich nichts. Aber eine ganze Periode der Geschichte aus ideologischen Gründen auszublenden und bewusst sinnvolle Neuerungen und Ideen zu ignorieren, bringt uns auch kein Stück weiter.
Tyler Durden
12.06.09 um 00:23
antworten
Um es mal ganz brutal auszudrücken; dort wo Frauen nichts zu sagen haben, da gibt es keine Probleme mit der demographischen Entwicklung . 60% der Bevölkerung im Iran sind unter 25 Jahre alt. 60% kann sich das hier jemand überhaupt vorstellen? ( 60% Einheimische wohlgemerkt, 60% Ausländer kann ich mir sehr gut vorstellen, denn ich lebe mittendrin) Damit sage ich NICHT das man Frauen zu rechtlosen Gebärmaschinen degradieren soll. Ich benenne bloß die gesellschaftlichen Umstände, die man meiner Meinung nach auch nicht mehr umkehren kann. Bildung führt zu Emanzipation und das führt zu weniger Kindern. Es gibt Möglichkeiten an den Symptomen herumdoktoren, der gesellschaftliche Prozeß hingegen lässt sich nicht mehr umdrehen.
Enno
23.06.09 um 16:41
antworten
Gesellschaftlich geht es natürlich immer umdrehen, man muss den Frauen nur versichern das Sie nach dem Erziehungsjahr wieder in ihren Beruf zurück können! Aber bei grösstenteils befristeten Arbeitsverträgen... Fakt ist das System muss weg, sonst sind wir es!
harald
13.08.09 um 09:36
antworten
ich sitze hier vor dem PC und lese euren schlauen Kommentare,die schon alle mehr oder weniger richtig sind. Aber passieren tut nichts.Das ist das fatale an Allem.
Karl
13.08.09 um 09:57
antworten
@Harald
Schon richtig... und so wie Du sitzen Millionen Deutsche einfach irgendwo rum und wissen, dass alles stimmt, aber nichts passiert. Wer aber soll ein Volk befreien, wenn nicht das Volk selbst? Es steht jedem frei, damit zu beginnen, über das Schicksal seines Volkes und damit über sein eigenes Schicksal in kommenden Generationen nachzudenken - wer aber nachgedacht hat, zu den erschütternden Ergebnissen kam, wie sie hier nachzulesen sind, aber gleichwohl nicht bereit ist, für eine Veränderung einzutreten, dem kann nicht allzuviel am Schicksal seiner selbst liegen. Da kann er dann staunen und meckern, bis sein bedeutungsloses Leben würdevoll im anonymen Bett eines Pflegeheims mit Personalmangel endet.