Von der Freiheit der Demokraten

Von der Freiheit der Demokraten

Im 20. Jahr des Mauerfalls ist die Freiheit einer der wohl am meisten propagierten und missbrauchten Begriffe bundesdeutscher Demokraten. Dabei wird die Freiheit im demokratischen Kontext immer mit Individualismus und damit mit dem Loslösen des Individuums von allen Bindungen gleichgesetzt. Aber diese Freiheit ist eine reine Erfindung, eine hohle Theorie - eine solche Freiheit kann es in der Wirklichkeit nicht geben.

Ein Volk muss in seinem Staat seine Regierungsform bilden. Die Regierung aber bedarf der Autorität, da nur auf Grund von Gesetzen, also feststehenden Ordnungen, die den Bedürfnissen des Volkes entsprechen, regiert werden kann. Solch eine Ordnung erfordert, dass das Gemeinschaftsleben in Bahnen verläuft, die das Fortbestehen und die Weiterentwicklung der Gemeinschaft gewährleistet. Die gemeinsamen Lebensbedingungen ergeben sich naturgewollt und damit ursprünglich aus dem Volk selbst. Dadurch kann jede Autorität, jede Gehorsamsforderung einzig und allein sich auf das Volk gründen und wird von ihm verliehen.

Das Volk ist der Träger der Autorität des Staates, zu dem es sich zusammengeschlossen hat. Wer nun Autorität ausübt und Gehorsam fordert, hat die Ermächtigung dafür nicht nur aus dem Volk, sondern auch für das Volk, denn der Staat hat keine Eigengesetzlichkeit von sich aus, weil er der Staat ist, sondern das Volk hat die Vollmacht und gibt die Vollmacht.

Ein Gemeinschaftsleben ist ohne Bindung des Einzelnen an das Ganze nicht möglich. Sind wir als Deutsche geboren, so liegt in diesem Schicksal unsere Bindung an das deutsche Volk und für das deutsche Volk. Hiervon gibt es keine Befreiung oder Ablösung. Zwar kann sich der Einzelne dieser Bindung wohl entziehen, doch führt diese Entbindung immer zum Nachteil des Ganzen und damit zuletzt auch wieder für den Einzelnen.

Das ist ebenso wie im Familienleben: Natürlich kann der Familienvater alle Bindungen zu Frau und Kindern abbrechen, natürlich kann die Mutter ihren Aufgaben entfliehen, aber immer wird die Familie darunter leiden und zuletzt zerstört. Das Zerschlagen aller Bindungen mag kurzfristig befreiend sein, langfristig aber kann man diesen Scherbenhaufen nicht übersehen und darüber glücklich sein.

In einem Volk wird das nicht so schnell deutlich, jedoch sehen wir heute, dass das Volk in seinem Bestand gefährdet ist, weil ein großer Teil der Deutschen sich dieser Bindung und Verantwortung - zur großen Freude der Demokraten und Geschäftemacher - entzogen hat. Denn damit verliert das Volk seine Freiheit und zuletzt wird auch der Einzelne unfrei.

Was wir heute erleben und von den Demokraten gebetsmühlenartig propagiert wird, ist eine Freiheit ohne Gebundenheit, die dadurch zur Willkür wird, weil der Einzelne dem "Staat" hilflos gegenüber steht und nur noch Gültigkeit hat, was sich auf ihn selbst bezieht. So wird die Freiheit zum Chaos - genau zu jenen Zuständen, die wir heute erleben.

13.11.09

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Kommentare

Lieselotte
14.11.09 um 16:09
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Kommentar 1

Sehr tiefgreifender, gut geschriebener Artikel mit wahren Worten. Das Wort "Freiheit" hat seine einstige Bedeutung durch den inflationären, heuchlerischen Gebrauch seitens der Machthaber verloren. Doch das, was einst dahinter stand kann seine Bedeutung nicht verlieren, denn die Freiheit, der Drang und das Streben nach ihr, was jedem Menschen innewohnt, ist natürlich und muss folgedessen nur wieder freigesetzt werden. Ohne Freiheit kann der Mensch sich nicht Höherentwickeln. Also müssen wir denen entsagen, die diese Entwicklung verhindern wollen, für die wir als Marionettenansammlung mehr Wert sind, denn als gesundes Volk.



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