Staatliche Sexualisierung der Kindheit - Schützt uns davor!

Seit Anfang September läuft auf dem Onlineportal AbgeordnetenCheck.de die Aktion "Staatliche Sexualisierung der Kindheit – Schützt uns davor!", welche dazu auffordert, die Kandidaten der anstehenden Abgeordnetenhauswahl in Berlin nach ihrer jeweiligen Meinung zum Thema "Sexual- und Werteerziehung" als Lehrstoff des Grundschulunterrichtes zu befragen. Anlass ist die Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt", welche vom Berliner Abgeordnetenhaus im April 2009 beschlossen und durch ein im Februar 2010 verabschiedetes Maßnahmenpaket ins Rollen gebracht wurde.

Als eine dieser Maßnahmen entstand der sogenannte Medienkoffer "Familien, Lebensweisen und sexuelle Vielfalt", eine Sammlung von 25 Büchern und einem Familienspiel, welche für den Unterricht an Berliner Grundschulen (!) auserkoren wurden.

Um einen Einblick zu erhalten, welche Art Inhalte nach Ansicht der Berliner Abgeordneten den Grundschulalltag der Hauptstadt zu prägen haben, reicht schon ein Blick in die Titelliste samt den Inhaltsbeschreibungen (PDF) des besagten Medienkoffers. So wird zum Beispiel das Buch "König und König" für Unterrichtseinheiten zum Thema "Familienplanung und Partnersuche" angepriesen. Der Inhalt des "Werkes" - empfohlen für die Klassenstufen 1 bis 3 - wird folgendermaßen zusammengefasst:

"Die alte Königin möchte ihre Verpflichtungen endlich abgeben, aber dafür muss ihr Sohn verheiratet sein. Sie fängt immer und immer wieder damit an, bis der Prinz einwilligt. Alle Prinzessinnen der Welt lädt sie ein, aber der Prinz interessiert sich für keine. Dafür verliebt er sich in den Bruder einer der Prinzessinnen. Die Königin weint bei der Hochzeit vor Rührung und kann endlich in Ruhe altern. Ein respektvolles Buch über Familien und Hochzeit, das die Gleichwertigkeit schwuler Lebensweisen anhand einer königlichen Familie veranschaulicht."

Eine der im Zuge eingangs genannter Aktion befragten Kandidaten ist Franziska Brychcy, Direktkandidatin der umbenannten SED im Wahlkreis Lichterfelde Süd des Bezirks Steglitz-Zehlendorf.

Mit den Fragen konfrontiert, ob sie anerkenne, dass Sexual- und Werteerziehung um des Kindes Willen in erster Linie Recht und Aufgabe der Eltern ist und ob sie sich dafür ausspreche, dass "sexuelle Vielfalt" in ihrer ganzen scham- und persönlichkeitsverletzenden Bandbreite kein Lehrstoff des Grundschulunterrichtes sein darf, äußerte sich Brychcy folgendermaßen:

"Ich lehne Scham als Konzept grundsätzlich ab. Sie wird Menschen anerzogen, um sich schlecht und schuldig zu fühlen. Doch kein Mensch ist schuldig, weil er nackt ist oder Sexualität ausleben möchte. Die systematische Unterdrückung kindlicher Nacktheit und Sexualität und völlig unnötige Anerziehung von Schamgefühlen ist eine extreme Menschenrechtsverletzung, die den Kindern in unserer Gesellschaft von klein auf angetan wird. [...] Ich gehe daher sogar mit Ihrer Aussage konform, dass Kinder im hochsensiblen Bereich der Sexualität durch ungebetene Einwirkung Dritter seelisch sehr verletzt werden können, und zwar durch die eigenen Eltern, die ihnen von Anfang an Nacktheit verbieten, oder selbst ihr Geschlecht zu berühren oder in einen oder mehrere Menschen verliebt zu sein oder im Jugendalter ihre Sexualpartner frei auszuwählen und ihre Sexualität frei auszuleben..."

Was die "fortschrittliche" Brychcy propagiert, ist die längst überholte Gender-Ideologie, mit der das natürliche Schamgefühl bereits im Kindesalter aberzogen werden soll, um somit dem Nachgehen sexueller Aktivitäten bereits in frühester Jugend den Weg zu ebnen. Der zwischenmenschliche Akt soll dabei zu einem auf die körperliche Komponente beschränktes und um zwischenmenschliche Gefühle reduziertes Konsumgut verkommen, um das sich bereits heute ein, die niederster Triebe bedienender, stetig wachsender Markt ragt. Stabile Paarbeziehungen, die den Grundstein einer jeden Familienbildung darstellen, sollen einer gefühlslosen "One-Night-Stand-Kultur" weichen, bei der im jeweiligen Sexualpartner lediglich ein Objekt zur Befriedigung gesehen wird.

Die traditionelle Familie als Keimzelle neuen Lebens wird systematisch entwertet und zu einem veralteten Konzept verklärt, während mit Homo-Ehen, Patchworkfamilien oder alleinerziehenden Elternteilen alternative Familienmodelle als völlig normal propagiert und Kindern bereits im Grundschulalter "schmackhaft" gemacht werden.

Brychcy selbst lebt nach eigenen Angaben in einer polyamoren Partnerschaft mit zwei Männern, mit denen sie insgesamt vier Kinder hat. Dass diese Kinder später in der Lage sein werden, den Weg zu einer normalen Familienform mit festem Partner zu finden, ist mehr als fraglich.

Zurück geht diese Ideologie auf das Jahr 1958, als der Gedanke der Gleichberechtigung durch den der "Gleichheit" von Mann und Frau ersetzt wurde. Abgesehen von biologischen Unterschieden seien demnach die Geschlechter absolut gleich und die verschiedenen Rollen und Vorlieben nur anerzogen. Theoretische Wegbereiterin war die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir, in deren Buch "Das andere Geschlecht" u.a. dazu aufgerufen wird "der Sklaverei der Mutterschaft zu entfliehen":

"[Die Frau] fürchtet mit einem Schwächling und Ungeheuer niederzukommen, weil sie die scheußliche Zufälligkeit des Körpers kennt, und diesen Embryo, der in ihr haust, ist ja nichts wie Fleisch."

Doch das "Lebensmodell", das Beauvoir entwarf und heute aus unseren Kindern den neuen "Gender-Menschen" formen soll, ist nichts weiter als eine auf sich selbst zugeschnittene Theorie, mit der sie ihre eigene Misere zur bewussten Entscheidung stilisierte.

Mit ihren Geliebten Jean-Paul Sartre führte sie ein Leben in Hotels, getrennten Wohnungen und ohne Kinder. Um Sartre nicht mit andern Frauen zu stören, musste sie ein eigenes Klingelsignal bedienen. Ihren Ersten sexuellen Höhepunkt erlebte sie im zarten Alter von neununddreißig Jahren und Briefe an einen Geliebten unterschrieb sie ganz unemanzipiert mit "Ihre Ihnen gehörende Frau".

Beauvoir hatte im Grunde nur all das abgelehnt, was sie selbst nicht besaß. Dass diese Ideologie nun von Gestalten wie Brychcy propagiert wird, überrascht nicht. Lässt man all die Phrasen von einer "extremen Menschenrechtsverletzung" weg, wird klar, dass der eigentliche Sinn der "politischen Geschlechtsumwandlung" in einer Geburtenkontrolle und -verminderung zu suchen ist.

Denn geschlechtslose "Gender-Menschen" können sicher dieses oder jenes praktizieren, ganz sicher jedoch nichts, woraus noch im nennenswerten Maße natürlicher Nachwuchs hervorgehen könnte.

15.09.11

Kommentare

Zeitungsjunge
16.09.11 um 12:43
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Kommentar 1

Habe das vor einigen Tagen schon in den Medien gehört, ihr greift das aber mal wieder sehr anschaulich auf. Eure texte sollte jeder zumindest mal gelesen haben. Auch wenn sie einige nie verinnerlichen werden.



Kubo
16.09.11 um 14:14
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Kommentar 2

Letztendlich läßt sich die "Gender-Ideologie" auf das falsche Menschenbild der Demokraten reduzieren.

Gesichterte Erkenntnisse der Naturwissenschaften, der Anthropologie, der Biologie, Genetik, Verhaltensforschung und Psychologie werden abgelehnt, da sie nicht in die unnatürliche und wirklichkeitsfremde Ideologie passen. Den Bezug zur Wirklichkeit haben die Demokraten vollständig verloren. Stattdessen wird zielstrebig gegen die Natur gearbeitet.

Für ein harmonisches Miteinander findet sich in der Ideologie kein Verständnis.



Marina
12.01.12 um 15:55
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Kommentar 3

Danke für diesen Artikel!


Meine Gedanken dazu:

Menschenrechte? Die tiefsten (psychologischen) Bedürfnisse eines Menschen sind und bleiben Liebe, Annahme, Sicherheit.
Brychy erwartet zwar nicht mehr von anderen, als von sich selbst (dies wäre der Fall, wenn sie nur für sich selbst das Recht auf eine polyamore Beziehungen beansprchen würde, es anderen aber nicht zugestände).

Damit verkauft sie aber eben, was sie im Leben selbst am meisten braucht:
Aufgrund dessen, dass sie keine "Opferbreitschaft" dafür aufbringt, Liebe, Annahme, Sicherheit zu geben, kann sie diesen Anspruch auch nicht für sich reklamieren.

Fazit: Sie verkauft die Erfüllung ihrer eigenen menschlich-tiefsten Bedürfnisse. Sie und alle, die es ihr gleich tun. Ein Verkauf zum eigenen Schaden. Ein Verkauf auf Kosten von Selbstentfremdung.
Traurig.



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