Lotsen gesucht

Lotsen gesucht

Gestern fiel der Startschuss für das vom Bund inszenierte Integrationsprojekt „Junge Migranten als Lotsen“. Das Projekt startet in 15 Städten und soll zukünftig eine Art ehrenamtliche Unterstützung von „Migranten“ für „Migranten“ sein. Laut Bundesregierung sollen sie sich gegenseitig bei Sprachproblemen helfen und zudem das Engagement für die Zivilgesellschaft entdecken.

Neben Bundesinnenminister Schäuble und Familienministerin von der Leyen ist der Bezirksbürgermeister von Berlin Neukölln, Buschkowsky, ebenfalls Mitinitiator des dreijährigen Projekts. Obwohl Buschkowsky mit nüchternem Blick die Zustände in seiner nahen Umgebung kennen sollte, formuliert er die Rolle der Lotsen folgendermaßen:

Die Lotsen sind für mich die Stadtteilmütter in jung.

Das Hauptaugenmerk der Lotsen richtet sich auf die sogenannten „Problembezirke“. Dort herrscht ein Klima der Angst, viele Straftaten werden gar nicht mehr angezeigt – zum Wohle der Statistik. Die internen Berichte der Polizei sprechen trotz aller wohlüberlegten Worthülsen eine deutliche Sprache: von „zunehmender Perspektivlosigkeit“ und der „Feststellung, dass die Integration von Ausländern und eine Vermischung von Nationalitäten immer weniger zu erkennen ist“.

„Unterschiedliche Nationalitäten hätten bereits ganze Straßenzüge eingenommen“, die dortige Bevölkerung „schotte sich nach außen ab“ und die „Großfamilien regeln ihre Angelegenheiten lieber ohne Polizei unter sich“. Erwartet wird in Zukunft, „bei nichtigen polizeilichen Anlässen Auseinandersetzungen mit größerer Beteiligung und einen nicht unerheblichen Solidarisierungseffekt gegen die Polizei“ in diesen „Problembereichen“.

Der Glaube daran, dem damit entgegen zu wirken, indem man „junge Migranten für zivilgesellschaftliches Engagement begeistert“, um „ihr Wissen und ihre Fähigkeiten so gewinnbringender für die gesamte Gesellschaft zu nutzen“, entspricht nur einem Wunschdenken, kann aber durch nichts begründet werden. Die Frage ist also eher, wann zugegeben wird, dass die Ursache für Angst, Verfall und Niedergang in Deutschlands Städten in der ideologischen Bevölkerungspolitik der Demokraten zu suchen ist und wann das Übel an der Wurzel gepackt wird.

Oder wird man lieber abwarten wollen, bis unumkehrbare Zustände den Alltag bestimmen? Haltung und Charakter der Herrschenden jedenfalls weisen genau darauf hin.

29.06.09

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Kommentare

frosch
30.06.09 um 19:07
antworten

Kommentar 1

Da haben die Demokraten nach Jahren endlich mal mal erkannt, daß in ganzen Stadtteilen Parallelwelten mit migrantischem Hintergrund exestieren und schicken nun Jugendliche dort hin um das Problem zu lösen? Ja wer nimmt die denn dort ernst, wenn man sich die Familienstrukturen und Hierachien der Migranten einmal in Erinnerung ruft. Reine Augenwischerei das ganze.

Erkennen ist gut - trotzdem nichts dagegen machen demokratisch.



bibi
02.07.09 um 21:40
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Kommentar 2

Ws heißt "migrationshintergrund", nicht migrantischer hintergrund...

Und sicher leben sie in Parallelgesellschaften, da sie in diese hineingepresst wurden. Aus einst "normalen" bzw. attraktiven Wohngegenden wurden Sozialviertel gemacht, und alles was Migrationshintergrund hat, wurde dort untergebracht.

Ich denke die "Lotsen" werden etablierte Migranten sein: Uniabsolventen etc. die auch nur bei Behördengängen nützlich sein werden...

Aber macht sich gut in der Presse und sieht so aus als ob man etwas unternimmt ;)



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