Karriere à la BRD – Vom Taxifahrer zum Lobbyisten

Karriere à la BRD – Vom Taxifahrer zum Lobbyisten

Die Vertreter der real existierenden BRD-Demokratie zeichnen sich vor allem dadurch aus, ausschließlich unser Bestes zu wollen – unser Geld. Wer viel davon besitzt, kann sich sicher sein, die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Demokraten seiner Wahl zu bekommen. Sich auf Landesparteitagen einzukaufen ist ebenso lediglich eine Frage der finanziellen Mittel wie die Möglichkeit, bei solchen Veranstaltungen gleich noch ein persönliches Gespräch mit dem Ministerpräsidenten oder anderen hochrangigen - und somit einflussreichen - Abgeordneten zu erhaschen.

Wer glaubt, dies sei nur bei der CDU in Nordrhein-Westfalen gängige Praxis, der irrt gewaltig. Auch seitens der SPD ist mittlerweile bekannt geworden, dass sie durchaus gewillt ist, die eigenen Politiker zu vermarkten. So können Unternehmen neben einer Anzeige im SPD-Zentralorgan "Vorwärts" auch die Teilnahme an sogenannten "Kaminabenden" käuflich erwerben. Diese finden bis zu zwölf Mal im Jahr statt und bieten ca. 20 bis 25 zahlungswilligen Gästen die Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen am Rande der Veranstaltungen die Genossen für die eigenen Ziele und Wünsche in der Politik zu sensibilisieren.

In der BRD wird effektive Lobbyarbeit höchstens durch die Grenzen der eigenen Liquidität behindert, aber auf gar keinen Fall durch ein vermeintliches Gewissen derer, die geschworen haben, dem deutschen Volke zu dienen.

Erfolgversprechender als der Versuch, mittels einmaliger Zuwendungen Einfluss auf die Herrschenden zu nehmen, erweist sich natürlich die Taktik, einflussreichen Parlamentariern gleich einen Posten und somit einen hoch honorierten Platz auf der Gehaltsliste des eigenen Unternehmens zu bieten. Neben Politikern, die sich noch aktiv im Amt befinden, eignen sich als Lobbyisten vor allem aber jene, welche sich zwar offiziell aus dem politischen Geschehen zurückgezogen haben, jedoch durchaus noch wertvolle parteiliche Kontakte oder persönliche Beziehungen zu Kollegen in anderen - aber ebenso käuflichen - Regierungen anderer Länder pflegen.

Ein Beispiel für modernen Lobbyismus bietet der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der - wie hier im Blog bereits zu lesen war - direkt vom Bundeskanzleramt in die Geschäftsführung der "Nord Stream" wechselte, einer Gesellschaft, welche überwiegend aus dem weltgrößten Gaskonzern Gazprom besteht und das Projekt einer Gas-Pipeline von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland verwirklichen und anschließend betreiben soll.

Neben der "Nord Stream"-Pipeline gibt es aktuell aber auch noch das Projekt "Nabucco", ebenfalls ein Pipeline-Projekt, mit dessen Bau bereits nächstes Jahr begonnen werden soll und dessen Ziel es ist, Gas aus Zentralasien nach Europa zu führen und ab 2014 bis zu fünf Prozent des europäischen Gasverbrauchs zu decken. "Nabucco" steht somit in direkter Konkurrenz zu Schröders Pipeline. Was liegt für die Anteilseigner RWE und OMW also näher, als für die Betreuung des Projektes jemanden zu beauftragen, der einerseits national sowie international über politischen Einfluss verfügt, andererseits aber auch aus eigener Erfahrung weiß, wie es ist, mit Schröder um die Macht zu buhlen?

Die Wahl konnte somit auf keinen anderen als Joschka Fischer fallen. Fischer war unter Schröder sieben Jahre lang Außenminister und Vizekanzler. Wo beide einst um die Macht im Staat kämpften, kämpfen sie jetzt um die Krone des Lobbyismus. Doch Fischer steht für noch mehr als für die Käuflichkeit der Herrschenden in diesem System. Die ganze Person Joschka Fischer spiegelt wie keine andere die BRD in all ihren kranken Facetten wieder.

Schon allein der Tatsache, dass es Fischer gelungen ist, in seiner Laufbahn bis auf die Stelle des Außenministers zu klettern, steht für den Umstand, dass dieses Land einzig von Heuchlern, Laien und Unfähigen geführt wird, ohne, dass jemals die Frage gestellt würde, ob die jeweilige Person überhaupt die geistigen Voraussetzungen und Fähigkeiten inne hat, dem von ihr vereinnahmten Posten mit all seinen Pflichten und Verantwortungen gerecht zu werden.

Zur Verdeutlichung: Fischer besuchte zwar ein Gymnasium, verließ dieses aber im März 1965 noch vor Beendigung der 10ten Klasse. Anschließend begann er eine Lehre als Fotograf, die er jedoch bald wieder abbrach. Bis zu seinem Eintritt in die Politik hielt er sich fortan mit Nebenjobs über Wasser, unter anderem als Aushilfsbriefträger, Spielwarenverkäufer und Taxifahrer. In der BRD scheinen dies die besten Voraussetzungen zu sein, um als Außenminister diesen Staat zu repräsentieren und als Vizekanzler eines der höchsten Ämter sein eigen nennen zu können.

Auch sein Familienleben steht symbolisch für die Zustände der heutigen Zeit, in der die traditionelle Familie vollkommen aus dem Focus der Politik verschwunden ist und somit die Keimzelle unseres Volkes und der Garant für dessen Bestand systematisch zerstört wird. In nun mehr 61 Lebensjahren ging Fischer insgesamt fünf Ehen ein. Seine aktuelle Frau ist die iranische Filmemacherin Minu Barati, womit diese Ehe wohl ganz den Vorstellungen verblendeter Verfechter einer multikulturellen Gesellschaft entsprechen dürfte. Es wäre wohl auch absolute Utopie, einem Demokraten - und Person des öffentlichen Lebens - eine Lebensführung zuzumuten, die den Deutschen als Vorbild dienen könnte und ihnen vor Augen hielte, ein Teil eines völkischen Bandes zu sein, für dessen Erhalt die Familiengründung, die Zeugung von Kindern und das Heranziehen dieser in geregelten, familiären Verhältnissen die Basis bilden.

Was will man auch von solch einer gescheiterten Existenz verlangen, über die sich der Rabbi Israel Singer in einem Interview gegenüber dem Magazin "Cicero" einmal wie folgt äußerte:

"Joschka Fischer glaubt, dass Deutschland offen für alle sein muss. [...] Sein ordentliches Auftreten heute und sein linkes, antideutsches Verhalten früher gehören zusammen."

Doch vor allem ist Fischer ein Bildnis all derer, welche einst in diesem System den Feind erkannten, dann jedoch glaubten, auf parlamentarischem Wege eine Änderung herbeiführen zu können und somit - ohne es zu merken - selbst ein Teil des so verhassten Systems wurden, um nach und nach die eigenen vorgeblichen Ideale zu verraten und sie gegen scheinheilige, demokratische Werte zu tauschen.

Als linksradikaler Jugendlicher der 68er Bewegung sowie später als Mitglied der militanten Gruppe "Revolutionärer Kampf" schmiss Fischer in autonomen Straßenkämpfen mit Steinen auf Polizisten jenes Apparates, welchen er schon wenige Jahre später selbst entscheidend prägen, tragen und repräsentieren sollte. Seinen Platz in der außerparlamentarischen Opposition wechselte er 1982 gegen einen Schreibtisch bei der grünen Partei und bereits ein Jahr später gegen einen Sessel im Bundestag. Seine Ideale tauschte er gegen das Gehalt und die Vornehmlichkeiten eines Berufspolitikers. Es folgten Ministerposten in Hessen, bevor er 1998 zum Bundesaußenminister und Vizekanzler ernannt wurde.

Wo er sich einst noch an Ausschreitungen am Rande linker Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg beteiligte, war er später maßgeblich am Beschluss zur Entsendung von 8.500 Bundeswehrsoldaten in den Kosovo beteiligt. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sicherte Fischer den Amerikanern deutschen Beistand im "Kampf gegen den Terror" zu, warb innerparteilich für eine deutsche Beteiligung bei Militärschlägen gegen Terrornetzwerke und trug somit maßgeblich zur Militarisierung der deutschen Außenpolitik bei.

Selbst die grundlegendste Haltung Fischers und der Grünen, den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie zu fordern, scheint nach 23 demokratischen Jahren des Parlamentarismus auf Landes- und Bundesebene verkauft worden zu sein, stehen doch neben "Nabucco" auch Beratertätigkeiten für BMW und Siemens auf seinem Tagesplan. Das heißt, dass er sich neben den Interessen eines Autobauers auch für die Belange eines der weltweit führenden Unternehmen für Atomtechnik einsetzt.

Vom einst Radikalen ist nach Jahren der Demokratisierung nichts weiter übrig geblieben als ein weiteres, unbedeutendes Glied in der Kette der Demokratie, in die unser Volk vor 60 Jahren gelegt wurde. Und so wird Joschka Fischer einst als das enden, wozu er sich selbst gemacht hat: Als ein Symbol für Käuflichkeit, für Habgier und Verrat – als Demokrat!

25.02.10

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Kommentare

Rurik
25.02.10 um 18:08
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Kommentar 1

Ein ausgezeichneter Artikel!
Mal sehen wo - und von wem - Holger Apfel dereinst einen Ehrendoktortitel verliehen bekommt ...

Weiter so! Klar, deutlich und deutsch!



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25.02.10 um 20:17
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Kommentar 2

@Rurik(1): Der übernimmt bestimmt mal die Interessensvertretung für das Holiday-Inn-Hotels in Dresden ;)



hotte
26.02.10 um 03:45
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Kommentar 3

Sehr guter Artikel...danke!!!



Emil
26.02.10 um 16:09
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Kommentar 4

Völlig guter Schreibstil, klare Gliegerung und genau die richtigen Argumente zu einem perfekten Bild, das die Demokraten so zeigt, wie sie wirklich sind, zusammengefügt - Bravo! Diesen Artikel zu lesen hat wirklich Spass gemacht.



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