Geldherrschaft

Im Jahre 1978 sprach der Sozialdemokrat und ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt auf der Tagung der Stiftung "Theodor-Heuss-Preis" und des "politischen Clubs" der Evangelischen Akademie Tutzing folgende Worte:

"Es war ein großer Fehler in der Nachkriegszeit, ein Fehler der "reeducation", dass die Deutschen schließlich geglaubt haben, die Demokratie sei etwas schlechthin Ideales. Das ist sie auf keinen Fall. Die Demokratie ist mit unsäglichen Geburtsfehlern behaftet, die unbehebbar sind. Zum Beispiel mit dem Geburtsfehler, dass nicht derjenige Recht kriegt, der Recht hat, sondern derjenige Recht kriegt und Recht setzen kann, der die Mehrheit hat."

Mit "reeducation" ist das amerikanische Umerziehungsprogramm gemeint, dessen Methoden bis heute erfolgreich angewandt werden. (Nebenbei bemerkt, erscheint in diesem Lichte das Geschrei der Demokraten um die "nicht ausbildungsreifen“ Schulabgänger um so heuchlerischer, weil diese Erscheinungen ja beabsichtigte Ziele der Umerziehungsprogramme waren.)

Helmut Schmidt benannte einen Fehler der "reeducation", dabei ist insgesamt die manipulative Umerziehung eines ganzen Volkes ein Verbrechen, zuletzt mit der dramatischen und logischen Folge, dass das von sich selbst entfremdete deutsche Volk heute vom Aussterben bedroht ist.

Aber auch in anderer Hinsicht hat Helmut Schmidt nicht weiter gedacht, denn die Mehrheit hat der, der die Werbetrommel am lautesten rührt – und wenn man die Wahlaussagen der demokratischen Parteien beleuchtet, wird schnell klar, dass werbetechnische Erwägungen heute wichtiger sind als der Gehalt einer politischen Idee. So kann auch von "Mehrheitsentscheidungen des Volkes" im "freiesten Staat, den es jemals auf deutschem Boden gab", keine Rede sein. Und das die Forderung nach "mehr Demokratie" selbstverständlich keine Lösung sein kann, erkannte schon Friedrich Nietzsche:

"Die europäische Demokratie ist zum kleinsten Teil eine Entfesselung von Kräften. Vor allem ist sie eine Entfesselung von Faulheiten, von Müdigkeiten, von Schwächen."

So liegt in diesem System auch der Keim des Verderbens und Paul de Lagarde folgerte:

"Wem es nicht ein Genuss ist, einer Minderheit anzugehören, welche die Wahrheit verficht und für die Wahrheit leidet, der verdient nie zu siegen. Deutschland ist moralisch feige geworden, seit man der Majorität zu folgen zum Staatsprinzip gemacht hat."

Denn die "moralische Feigheit" macht vor der Geldherrschaft schlapp und die sich pestartig ausbreitende Erscheinung der Korruption in der "Gesellschaft" der Gegenwart ist nicht Zufall - sondern Ergebnis der Folgerungen, die aus den Worten von Friedrich Nietzsche und Paul de Lagarde gezogen werden müssen.

Jedenfalls dann, wenn man zu den Wenigen gehört, die noch selbständig denken. Und wer es noch nicht weiß - das ist in einer Demokratie nicht erwünscht.

15.03.10

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Kommentare

Emil
15.03.10 um 13:56
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Kommentar 1

Top Artikel, wie immer! Fand gut, wie deutlich herrausgestellt wurde, dass die Demokratie schon von Anfang an Fehler im Denkansatz beinhaltet, denen man sich nicht entziehen kann, ohne die Demokratie...



Konsumgegner
15.03.10 um 21:16
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Kommentar 2

Auch ein bei den Demokraten angesehener Friedrich von Schiller sagte schon einst: „Man muß die Stimmen wägen und nicht zählen. Der Staat muß untergehen früh oder spät, wenn Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.”



SFB-BLOG
16.03.10 um 12:07
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Kommentar 3

Aber auch Jakob Grimm hatte recht als er einmal schrieb: ,,Nur den Demokraten und nur den Ultramontanen vergeht alles Nationalgefühl, weil ihnen an nichts liegt als daran, jeden, wo er auch wohne, zu gewinnen, sonst kennen sie keine Heimat.“



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