Familienbande vor Gericht

Familienbande vor Gericht

Unter schweren Sicherheitsvorkehrungen müssen sich derzeit zwei Brüder des kurdischen M.-Clans vor dem Landgericht Bremen verantworten. Den beiden wird vorgeworfen, am 1. Mai dieses Jahres vor einer Diskothek in der Bremer Innenstadt zwei andere Gäste schwer verletzt zu haben. Dabei soll der 23-jährige Halil M. den am Boden liegenden Arman Ghofrani F. derart heftig gegen den Kopf getreten haben, dass er drei Brüche im Schädelbereich erlitt und auf einem Auge erblindete.

Sein Bruder, der 22-jährige Ali M., soll zunächst einen anderen Discobesucher mit einem Messer angegriffen haben. Als dieser sich wehrte, soll der Angeklagte ihm einen Standaschenbecher so in den Rücken geworfen haben, dass ein Teil eines Lendenwirbels abgerissen wurde. Bereits 2007 war Ali M. im Zusammenhang mit der Discomeilen-Schießerei wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und 10 Monaten verurteilt worden, die allerdings nach etwa der Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Die beiden Brüder gehören dem vor 20 Jahren aus dem Libanon nach Deutschland eingewanderten kurdischen Familienclan M. an, der seit mehreren Jahren in der Hansestadt sein Unwesen treibt. Rund 2.600 Personen rechnet die Polizei der Großfamilie zu, die allerdings verschiedene Nachnamen tragen. Etwa 440 von ihnen sind als kriminell verdächtig in Erscheinung getreten. Allein in den vergangenen sechs Monaten haben 150 Mitglieder der Familie 250 Straftaten, die von Diebstahl über Raubüberfall und Körperverletzung bis hin zu versuchtem Totschlag reichen, begangen.

Der Clan hat sich besonders in der Disco- und Türsteher-Szene einen Namen gemacht. "Mit denen würde ich mich lieber nicht anlegen, die haben überall ihre Leute sitzen", so ein Discobesucher. "Jeder weiß doch, was hier abläuft. Und keiner tut etwas gegen diese Bande", meint eine junge Bremerin. Nicht wenige munkeln, dass der M.-Clan sich bereits in das Parlament und Behörden der Hansestadt eingenistet habe.

Nachdem im Juli dieses Jahres eine Fashion-Boutique ausgeraubt wurde und regionale Medien den Vorfall, der dem M.-Clan zugeordnet wird, aufgriffen, kündigten Demokraten und Behörden "null Toleranz" für die Täter an. Der große Schlag gegen die kriminellen Großfamilien blieb jedoch bis heute aus. Aus der Boutique waren Braut-, Abend- und Kinderkleider, Colliers und Diademe im Wert von knapp 10.000 Euro gestohlen worden.

Weil die Polizei, laut Aussage der 38-jährigen Boutique-Besitzerin, dem Fall erst Tage später nachging, stellte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann selber Ermittlungen an. Die Spur führte in einen türkisch-kurdischen Kulturverein, im Stadtteil Walle. Dort erkannte die Ladenbesitzerin mutmaßlich die Brautkleider, in denen nun zahlreiche Hochzeitsgäste steckten. Sie machte Fotos und alarmierte die Polizei, die mit acht Streifenwagen anrückte.

Statt jedoch Beweise sicherzustellen oder wenigstens die Personalien der Verdächtigen aufzunehmen, musste die Geschäftsfrau ihre zuvor gemachten Fotos auf Anweisung der Beamten löschen. Ihr wurde gedroht, man werde sie erschießen und ihren Laden abbrennen. Als ein Clan-Mitglied sie schlug, lehnten die Beamten die Aufnahme einer Strafanzeige ab.

In einer Pressemitteilung äußerte sich die Polizei zu dem Vorfall wie folgt:

"Nach Gesprächen mit der geschädigten Geschäftsfrau, dem Einsatzleiter vor Ort und einer Vielzahl der eingesetzten BeamtInnen kann heute festgestellt werden, dass der polizeiliche Einsatz aus taktischer Sicht nicht zu beanstanden ist. Es standen sehr schnell eine Vielzahl von erfahrenen Einsatzkräften zur Verfügung, die erfolgreich alle Maßnahmen getroffen haben, um eine Eskalation der Ereignisse vor Ort zu verhindern und die weiteren Ermittlungen zu gewährleisten."

Nachdem nur zwei Monate später Mitglieder der Familie M. erneut als Tatverdächtige bei einem brutalen Überfall auf ein Bistro im Steintorviertel genannt wurden, schwappte eine Welle der Empörung durch die Hansestadt.In dem Prozess gegen die beiden Brüder fochten die Verteidiger die Besetzung der verhandelnden Kammer an und beantragten, Ali M. für die Dauer des Prozesses aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Rechtsanwalt Wesemann wollte sich "nicht verkneifen, zu Protokoll zu geben, dass auch ein M. Anspruch auf ein rechtsstaatliches Verfahren hat". Rund 20 Interessierte und Verwandte der Angeklagten verfolgten den Prozess im Gerichtssaal. Bis Ende Januar sind noch Verhandlungstermine angesetzt.


30.12.09

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Kommentare

Freiheit
30.12.09 um 15:40
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Kommentar 1

Ein Zeichen der durch und durch faulen und korrupten Demokratie. Aber genau das ist Demokratie - faul und korrupt!



spremberg.
30.12.09 um 16:29
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Kommentar 2

Warum geht die multikulturelle Unterschicht nicht mal in bundesdeutschen Bonzenvierteln plündern? Achja ich vergaß, die Hand die einen füttert beißt man nicht...



mrb
31.12.09 um 09:54
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Kommentar 3

Ich versteh sowas alles nicht, wie kann sowas nur passieren?
Wie kann eine Familie die hier einreißt, solch ein Netz aufbauen? Das von Körperverletzung bis hin zu Todschlag geht?
Wo sind denn die lieben Demokraten, die uns beschützen vor dem Bösen.

Wären wir bei denem im Land zu Besuch, würden einen nur doof anschauen, würde wir warscheinlich schon im Knast landen.

Ich raff dieses Rechtssystem hier irgendwie nicht...!



@mrb
01.01.10 um 13:20
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Kommentar 4

Die Kurden haben doch nicht mal ein Land. Haben die nicht nur ein Siedlungsgebiet? ;-)



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