
Am Tag nach dem Flammeninferno vom 13. Februar 1945 folgte ein weiterer alliierter Angriff auf Dresden. Über 300 US-Bomber vom Typ B-17 griffen die brennende Stadt erneut an. Innerhalb von nur zehn Minuten warfen sie eine Bombenlast von 783 Tonnen über dem Stadtgebiet ab. Dann nahmen Jagdflugzeuge des Typs P 51 "Mustang" die auf die Elbwiesen flüchtenden Menschen mit ihren Bordwaffen unter Beschuss.
Es gab keine Angriffe von Tieffliegern auf Dresden, sagen die Demokraten. Doch viele Überlebende können sich genau daran erinnern:
Kurz nach Mittag wurden wir plötzlich und völlig unerwartet von amerikanischen Flugzeugen angegriffen. Die Sirenen hatten kein Warnsignal gegeben. Unter den Menschen, die in einer einzigen Nacht alles bis auf ihr Leben verloren hatten, brach Panik aus. Frauen und Kinder wurden von Bordwaffen und mit Bomben wahllos getötet. Es war Massenmord! Heute noch, nach 35 Jahren, gibt es Historiker, die behaupten, dass bei diesem Tagesangriff keine Tiefflieger eingesetzt worden sind. Diese Behauptung ist völlig falsch! Während wir uns buchstäblich in das Gras einkrallten, sah ich plötzlich mindestens fünf amerikanische Jagdbomber, die aus einer Höhe zwischen 120 und 150 Meter mit ihren Bordwaffen das Feuer gegen die Zivilbevölkerung eröffneten. Mein Gefährte von der Luftwaffe, der mein Leben bei dem Nachtangriff gerettet hatte, wurde bei diesem Angriff neben mir liegend getötet. In seinem Rücken war ein Loch von der Größe eines Handtellers. Noch nie war mir der Tod so nahe gewesen.
Franz Kurowski, "Bomben über Dresden", Tosa Verlag Wien, 2001
Wir waren mit Mutti in den Großen Garten geflohen, weil wir dachten, wir würden da etwas mehr Schutz haben. Ich glaube, ich habe überhaupt meiner Mutter zu verdanken, dass ich noch lebe, weil ich so Angst hatte und weil sie mich überall durchgezogen hat. Vor allen Dingen hatte ich noch nie tote Menschen gesehen und ich kann auch heute keine mehr sehen. Sie sahen so furchtbar aus. Sie waren teilweise ganz klein und zusammengeschmort und hatten ganz dünne Gliedmaßen. Teilweise waren sogar die Strümpfe nicht verbrannt aber die Haut ganz straff und braun. Erwachsene Menschen so groß wie Kinder. Und man musste ja wirklich über die Menschen drüber steigen und das brachte ich dann nicht mehr fertig.
Mutti zog mich also pausenlos durch die schwelenden Trümmer und als wir dann glaubten, etwas in Sicherheit zu sein, da kamen immer wieder Tiefflieger. Das ist eines meiner schlimmsten Erlebnisse, weil man in die Gesichter wirklich reinschauen konnte. Im Nachhinein war es so unglaublich. Wir hatten so furchtbare Angst und wir konnten nicht verstehen, nachdem kaum noch Menschen auf der Straße liefen, dass man die paar Überlebenden wirklich gesucht hat. Es dauerte Stunden, bis wir durch die brennende Stadt zu meiner Oma gekommen sind, die in einem Stadtteil wohnte, wo ganz wenige Häuser noch standen. Das war in der Nähe der Elbwiesen. Und da hatten sich sehr viele hingeflüchtet. Das hat meine Mutter Gott sei Dank nicht gemacht, weil sie das Gefühl hatte, die Elbwiesen sind so kahl und man kann nicht unterschlüpfen. Da hatten sich unzählige Menschen zum Schutz hingeflüchtet und dort kamen die Tiefflieger auch. Da hat kein Mensch mehr gelebt, die waren alle tot.
Modest Forchheimer, zum Zeitpunkt der Angriffe 15 Jahre alt, in der 3-teiligen Dokumentation "Flucht und Vertreibung" von Eva Berthold und Jost von Morr, 1981
Etwa um die Mittagszeit zeigte sich ein tieffliegendes Flugzeug. Es kam aus dem Zentrum der völlig zerstörten Stadt. Sein Ziel war die lange Kolonne der Flüchtlinge, die sich über die Tiergartenstraße entlang nach Westen bewegte. Das Flugzeug griff aus diesem Treck mehrere Male im Tiefflug an, feuerte aus Kanonen und Maschinengewehren in die Flüchtlingsmasse hinein. Danach flog es über den Zoo hinweg, dass es alles genau beobachten konnte und schoss auf alles, was sich noch im Tierpark bewegte. Auf diese Weise fand auch unsere letzte Giraffe den Tod. Viele Hirsche und andere Tiere wurden das Opfer dieses Helden.
Franz Kurowski, "Bomben über Dresden", Tosa Verlag Wien, 2001
Seit jenen Ereignissen kommen in Dresden jedes Jahr tausende Menschen zusammen, um die Erinnerung an die sinnlose Vernichtung der Stadt durch alliierte Bomberkommandos und die vielen tausend Toten wach zu halten - so auch in diesem Jahr. Auskünfte und Einzelheiten erfahrt ihr beim "Aktionsbündnis gegen das Vergessen" unter www.gedenkmarsch.de
09.01.12

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klaus
10.01.12 um 04:12
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Die Tiefflieger Jagd nach Zivilisten war doch Methode, haben sie doch auch im Ruhrgebiet gemacht.
Meine Großmutter hat mir auch davon erzählt, sie konnte einem Angriff gerade so entkommen.
Fritz
10.01.12 um 18:00
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Mein Großvater war 8 Jahre, als er mit meiner Urgroßmutter und seinen Geschwistern Schlesien verlassen musste. Ich weiß nicht warum, aber sie waren nicht unter den hunderttausenden Flüchtlingen in Dresden. Sie hätten es aber sein können und ich heute nicht hier. Das Schicksal der schlesischen Flüchtlinge und der Dresdener Stadtbevölkerung zeigt mir jedes Jahr aufs Neue, was Schicksalsgemeinschaft bedeutet. Sie starben durch Mörderhand, weil sie das Pech hatten, im Gegensatz zu meinem Großvater, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Ich sehe es als meine Pflicht jedes Jahr am 13./14.2. den meinen gefallenen schlesischen Landsleuten zu gedenken, weil ich weiß, wie eng die Schicksale in unserem Volk verflochten sind.
Verweis
10.01.12 um 21:09
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Verhöhnung der Opfer von Dresden ("Aktionsbündnis Brandenburg")...
http://www.aktionsbuendnis-brandenburg.de/die-bombardierung-von-dresden
Oberschlesier
12.01.12 um 07:50
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@Fritz(2): Meine Familie kommt aus Kattowitz, schon vor Ausbruch des Krieges hatten wir 4 Opfer durch polnische Banden zu beklagen!
Andy
14.01.12 um 00:13
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Dresden.....du schönste Stadt der Welt, nie vergessen soll die Greultat werden.....Kameraden macht Euch auf nach Dresden am 13.02.2012....ich werde auch aus Wolfenbüttel den Weg beschreiten!
werner
16.02.12 um 16:38
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In Aschersleben haben Tiefflieger meine Mutter und mich (im Kinderwagen) in der Froserstraße in Richtung Kieskule gejagt. Dresden war kein Einzelfall.