
In der kommenden Woche soll die muslimische Christdemokratin Özkan als neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in Hannover vereidigt werden. Damit übernimmt sie als erste "Deutsch-Türkin" ein Ministeramt in der BRD, weshalb sie sich mit ihrem Werdegang auch als Vorbild für die gelungene Integration sieht.
Zwar will sich die "moderne Politikerin" nicht auf dieses Thema reduzieren lassen, fordert aber schon mal mehr Integrationsbemühungen von den Einwanderern und macht damit deutlich, dass sie im Grunde doch nur einem uralten Gedankengut aus der Zeit der Aufklärung des 19. Jahrhunderts verhaftet ist.
Damals stellte man sich vor, dass die Menschen sozusagen wie leere Säcke auf die Welt kommen, anschließend mit Bildung und demokratischen Ideen gefüllt werden, dann das gleiche Bewusstsein hätten, und nur den Wunsch in sich tragen würden, eine pazifistische, friedliebende, internationale Gesellschaft zu verwirklichen.
Doch so ist es nicht – was Özkan freilich nicht daran hindert, weiter auf die alten "Grundlagen" unwirklicher und lebensfremder Theorien zu setzen und von diesem Standpunkt aus Politik betreiben zu wollen. Das ist im Grunde genommen so, als ob man schon an der ersten Wegkreuzung in die falsche Richtung gelaufen ist, aus Trotz aber an dieser Entscheidung festhält und nicht einmal dazu bereit ist, diese erste Entscheidung jemals auch nur in Frage zu stellen.
Nun ist es heute durchaus so, dass man aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse die Verschiedenartigkeit der Menschen einräumen musste, doch anstatt hieraus auch die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, fordert man dann dazu auf, die Verschiedenartigkeit aufzugeben und sich an die große Masse anzupassen.
Wenn ein Teil in das andere integriert werden soll, müssen sich aber beide verändern. Die vorher vorhandene Vielfalt wird zur gleichförmigen Einfältigkeit – und da die Menschen naturgegeben immer nur das tun, was sie unbedingt tun müssen, erstickt das Streben nach Höherem – geradezu im Gegenteil wird alles, was höher steht, in die Tiefe gezogen und geht in der einförmigen Masse unter.
Ihrem Aufruf "die Chancen zu ergreifen" wollen die Einwanderer jedoch nicht so recht folgen und fordern sie stattdessen in verschiedenen türkischsprachigen Foren dazu auf, ein Kopftuch zu tragen. Und auch die Berichte der Polizei zu den sogenannten "Problembezirken" sprechen trotz aller wohlüberlegter Worthülsen der Demokraten eine deutliche Sprache.
Von "zunehmender Perspektivlosigkeit" ist dort die Rede und der "Feststellung, dass die Integration von Ausländern und eine Vermischung von Nationalitäten immer weniger zu erkennen ist". "Unterschiedliche Nationalitäten hätten bereits ganze Straßenzüge eingenommen", die dortige Bevölkerung "schotte sich nach außen ab" und die "Großfamilien regeln ihre Angelegenheiten lieber ohne Polizei unter sich".
Erwartet werden, "bei nichtigen polizeilichen Anlässen, Auseinandersetzungen mit größerer Beteiligung und einem nicht unerheblichen Solidarisierungseffekt gegen die Polizei". Auch sei "der Kontakt dieser Bevölkerungsgruppen zu Deutschen" durch die "eigene Infrastruktur" geradezu überflüssig.
Zwar bemüht sich die Polizei, in solchen "Problembezirken" verstärkt präsent zu sein, doch damit mögen die Völkerscharen bestenfalls eine Weile in Schach gehalten werden. Die Frage ist also eher, wann zugegeben wird, dass die Ursache für Angst, Verfall und Niedergang in Deutschlands Städten in der ideologischen "Bevölkerungspolitik" der Demokraten zu suchen ist und nicht in der mangelnden Integrationsbereitschaft der Einwanderer.
22.04.10

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