Schon 1912 hat die Schwester Elfriede Scherhans die besondere Genehmigung erhalten, ein ostpreußisches Infanterieregiment im Falle eines Krieges unmittelbar an die Front zu begleiten. Am 1. August 1914 stellt sie sich dem Regiment zur Verfügung und zieht als einzige Regimentsschwester in der deutschen Armee auf dem Kutscherbock eines Bataillonssanitätswagens ins Feld.
In der Siegesschlacht von Tannenberg erhält sie ihre Feuertaufe, sie ist von nun an in den vordersten Truppenverbandsplätzen ihres Regiments tätig. Knapp entgeht sie der Gefangennahme, als die drei Sanitätswagen des Regiments unter Feuer genommen wurden und die Deutschen sich, ringsum eingeschlossen, im Gutshof Faulen gegen die Russen verteidigen müssen.
Trotz aller Entbehrungen macht Schwester Elfriede den Vormarsch in Polen mit, immer wieder bringt sie den Verwundeten auf den Schlachtfeldern in größter Lebensgefahr erste Hilfe. Sie erwirbt sich die Dankbarkeit und Verehrung der Kameraden vom einfachsten Musketier bis zum höchsten Offizier, scheut keine Mühsal, keine Strapazen, keinen Kugelregen, sie ist auf Gedeih oder Verderb mit ihrem Regiment verwachsen.
Während des Vormarsches in Polen erhält Schwester Elfriede das Eiserne Kreuz. Der Kommandierende General hat sie selbst dafür vorgeschlagen und der Regimentskommandeur überreicht es mit den Worten: "Sie gehören mit zu unseren Tapfersten!"
Durch einen schweren Sturz vom Sanitätswagen findet bald darauf die aufopfernde Tätigkeit dieser einzigen deutschen Regimentsschwester ein vorzeitiges Ende. Aber schon vom Mai 1915 an stand Schwester Elfriede Scherhans wieder im Kriegsdienste des Roten Kreuzes.
08.11.10

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