Der nachfolgende Aufsatz "Deutsche Weltanschauung" stammt aus dem April des Jahres 1917 und wurde von H. St. Chamberlain verfasst.
Es ist nicht alles leicht und sofort zu verstehen – Ihr solltet aber nicht entmutigt sein, sondern die Herausforderung annehmen, um aus dem Mittelmaß herauszutreten. Denn wir wollen damit ohnehin nicht jene Menschen erreichen, die glauben, nur seichte Kost verdauen zu können und jeder Unbequemlichkeit aus dem Wege zu gehen gewohnt sind.
Die Gedanken Chamberlains sind für uns von hohem Wert, weil sie als tiefer Anstoß verstanden werden müssen, zu echter Anschauung zu kommen und damit die heutige Wirklichkeit erst neu bewerten zu können. Nun wissen wir, dass keiner dieser Gedanken die heutige Politik mitgestaltet hat. Das Ergebnis ist für jeden ersichtlich.
Zwar wird überall vom "Fortschritt" gesprochen – doch haben wir uns scheinbar "so hoch entwickelt", dass es nicht einmal möglich ist, den Staatshaushalt ausgewogen zu halten - dabei weiß jede Hausfrau, dass man nicht mehr ausgeben sollte, als man hat.
Tatsächlich finden wir nichts mehr, was in diesem Staat einfach und gerecht geregelt ist – und das merken mit der zunehmenden Not immer mehr Menschen. Das alte System aber kann keine Antworten mehr geben und so müssen diese Antworten anderswo gesucht werden.
In diese Zeit hinein stellen wir den Gedanken, dass es doch merkwürdig ist, dass der Deutsche auf der ganzen Welt wie kein Zweiter so einen guten Ruf als Denker, Dichter, Techniker, Arbeiter, Kämpfer, Planer, Stratege, Forscher und Wissenschaftler auf allen Gebieten hat – und davon heute nichts mehr zu sehen ist.
So hat das deutsche Volk heute augenscheinlich nicht einmal mehr Persönlichkeiten aufzuweisen, die den deutschen Staat ordentlich lenken können. Wo ist die Kraft geblieben, mit der sich der Deutsche seinen Ruf erkämpfte? Wo ist der Schöpfergeist und der Tatendrang noch zu spüren, der uns Deutsche zu Weltruhm brachte?
So sagen wir: Die Fähigkeit zu großen Taten ist dem Deutschen angeboren – und wir müssen sie wieder für uns entdecken und sie freischaufeln von allem, was sie stört und behindert. Und wenn wir erst bei den großen Deutschen suchen und nicht auf jeden Fremden in der Ferne hören, kommen wir gar nicht darum herum, das Geheimnis der deutschen Schaffenskraft zu entdecken – denn alle großen deutschen Persönlichkeiten sagen uns durch ihre Anschauung und ihre Taten, was wir zu tun haben, um selber Persönlichkeit zu werden.
Und so ist auch dieser Aufsatz von Houston Steward Chamberlain über unsere Deutsche Weltanschauung nicht nur ein Aufsatz, eine Lehre oder gar ein Dogma – sondern eine Quelle, die man aufsucht, um sich der eigenen Kraft bewusst zu werden.
Deutsche Weltanschauung, Chamberlain (PDF)
17.12.09

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Helmut
17.12.09 um 22:58
antworten
Unglaublich, wie sehr ein Engländer die deutsche Weltanschauung verstehen kann, wo es heute so viele Deutsche gibt, die nicht einmal ansatzweise verstehen können, was er damals niedergeschrieben hat...
Lieselotte
17.12.09 um 23:11
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Ich finde die Texte von Chamberlain gut verständlich, vor allem auf emotionaler Ebene, denn er spricht Seele und Geist gleichermaßen an - das Gefühlte und Gedachte kreuzt sich in seinen Worten.
"Den Verstand erleuchten, nicht eigentlich belehren, sondern anregend wirken, Gedanken und Entschlüsse wecken, das wäre es, wie ich gern leisten möchte. Ich bin der Überzeugung, dass Verstand, und sei er noch so hell erleuchtet, wenig ausrichtet, ist er nicht mit Enthusiasmus gepaart. Der Verstand ist die Maschine; je vollkommener jede Einzelheit an ihr, je zielbewusster alle Teile ineinander greifen, um so leistungsfähiger wird sie sein, — aber doch nur virtualiter, denn, um getrieben zu werden, bedarf sie noch der treibenden Kraft, und diese ist die Begeisterung."
Wie wahr.
Freiheit
18.12.09 um 15:42
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@Lieselotte
Genau so sieht es aus.
Nur leuchtende Lichter können noch nicht leuchtende Lichter zu leuchtenden Lichtern machen!