Der 9. November und der "Antisemitismus"

Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen und allerlei Aufwand wurde heute bundesweit zwar nicht an den Fall der Berliner Mauer vor 21 Jahren, dafür an die Ereignisse vom 9. November 1938 gedacht. Im Fokus stand dabei eine Gedenkstunde in der Paulskirche in Frankfurt am Main, deren Hauptredner Alfred Grosser schon im Vorfeld für Kritik sorgte.

Der Zentralrat der Juden warf dem aus einer jüdischen Familie stammenden französischen Politologen eine kritische Haltung zur Nahostpolitik Israels vor und forderte, den 85-Jährigen wieder auszuladen. Denn diese Kritik wird ja bereits als "Antisemitismus" abgetan, was den Vorteil hat, nicht näher darauf eingehen zu müssen.

Aus Sicht der Juden ist es sicherlich zulässig, wenn sie für sich bessere Lebensbedingungen einfordern, dafür auch kräftig die Reklametrommel rühren und das alte Lied von "David und Goliath" singen – denn jedes Volk auf dieser Erde hat das Recht auf Selbstbehauptung und Heimat. Doch wenn nun wieder die "Gefahr für die Juden" als größte Gefahr für Deutschland und ganz Europa eingestuft wird, kann doch nicht gleichzeitig ernsthaft angenommen werden, hier würde ein "Ungeheuer" den kleinen David bedrohen!

Denn die Wirklichkeit sieht doch anders aus: Heute wird jeder, der es wagt, mit stichhaltigen Argumenten jüdische oder israelitische Politik zu kritisieren, umgehend als "Antisemit" angegriffen. Von denjenigen, die das vielleicht wirklich aus reinem "Judenhass" tun, wollen wir gar nicht reden - denn tatsächlich gibt es doch kaum noch einen Staat in Europa, in dem nicht "Vorschriften zur Bekämpfung antisemitischer Tendenzen" oder gar spezielle Strafgesetze existieren, um vermeintlich "antisemitische" Meinungsäußerungen als Straftat verfolgen zu können.

Nachvollziehbar wäre es vielleicht auch, wenn jedes Volk in Europa gleichermaßen geschützt werden würde - doch speziell über das deutsche Volk kann jeder Schmutzkübel ausgegossen werden, ohne dass das einen Staatsanwalt interessieren würde.

Die Bilder aus Dresden sind bekannt, wo ein Schweigemarsch zur Erinnerung an die Bombardierung der Stadt mit Hunderttausenden von Toten von hasserfüllten "Gegendemonstranten" mit Parolen und Transparenten gestört wurde, in denen das deutsche Volk in schäbigster Weise herabgewürdigt und beleidigt werden durfte, ohne dass die Polizei einschritt.

Hat man in Europa und Deutschland bereits jedes Maß verloren? Glaubt man wirklich, diese "Gerechtigkeit" dauerhaft aufrechterhalten zu können? Und bedenkt man nicht, zuletzt damit genau das Gegenteil zu erreichen? Oder ist das in Wirklichkeit gar das Ziel dieser Einseitigkeit? Denn bei Äußerungen über das jüdische Volk ist äußerste Vorsicht angebracht – selbst nur missverständliche Formulierungen ziehen im Zweifel Verfolgungsmaßnahmen nach sich und der Großteil des Zeitungsregenwaldes bejubelt diese Verfolgung und reagiert enttäuscht, wenn keine drastische Verurteilung erfolgt.

Und stelle man sich doch einmal die Folgen vor, wenn dieselben hasserfüllten Gegendemonstranten aus Dresden in gleicher Art und Weise gegen einen Schweigemarsch auftreten würden, der an die Niederschlagung des Aufstandes von Warschau erinnern soll! Denn dann würden sie die langjährigen Strafen absitzen müssen, die sie sich schon in Dresden verdient hätten.

Tatsächlich ist es so, dass es für einen deutschen Politiker schon ausreicht, es an der "notwendigen Betroffenheit" gegenüber dem Judentum fehlen zu lassen, um zum Rücktritt aufgefordert zu werden – so erging es dem Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger nach seiner Rede zum 9. November 1938, die er 1988 gehalten hatte. Und Jenninger trat gehorsam zurück – doch er hatte tatsächlich nichts anderes getan, als den Versuch einer sachlichen Erklärung über die Erscheinung des "Antisemitismus" zu wagen.

Immerhin, Grosser konnte bleiben. Die Stadt Frankfurt am Main lehnte es ab, den "Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels des Jahres 1975" auszuladen. Und auch der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats, Salomon Korn, musste seiner Ankündigung, die Gedenkveranstaltung bei einseitiger Kritik an Israel vorzeitig zu verlassen, nicht folgen.

09.11.10

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Kommentare

Bobby
10.11.10 um 09:20
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Kommentar 1

Wenn "anti", griech. "gegen" bedeutet, schauen wir doch mal unter "Semit" im Duden vom Bibliographischen Institut Leipzig, 1989 nach und lassen uns das auf der Zunge zergehen, wie Herr Aust vom Spiegel, der behauptete, daß "gegen etwas zu sein einfacher ist als für...!"

Semit: Angehöriger einer sprachlich und anthropologisch verwandten Gruppe von "Völkern", bes. in Vorderasien und im N Afrikas!?

Bedeutet das nun, daß ein Antisemit viele Völker hasst oder sind diese Wortakrobaten und Erfinder nur so dreist alle Kritiker unter einem Generallverdacht zum "Lünchen" freizugeben!?



Rurik
16.11.10 um 23:17
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Kommentar 2

@Bobby(1): Die Rabulistik (Wortverdreherei) war schon immer ein Steckenpferd der Juden.Wenn Du auf Wikipedia nach dem Stichwort "Rabulistik" suchst, dann findest Du dort folgende Erklärung:

"Rabulistik (von lat. rabere „toben“, oder von rabula 'marktschreierischer Advokat') ist die (zweifelhafte) 'Kunst', wortwörtlich 'recht zu haben'' bei einer Sache, die inhaltlich unehrlich ist und nicht vertreten werden kann; also Wortverdreherei oder Haarspalterei. Jemand, der wortverdreherisch und unaufrichtig zu argumentieren versucht, wird Rabulist genannt."

Weiter heißt es:

"Aus rechtswissenschaftlicher Sicht versteht man unter Rabulistik eine rechtsverdreherische und abwegige Argumentation oder Winkelzüge.

Im erweiterten Wortsinn wird der Begriff 'Rabulistik' auch verwendet für eine Methode, um in einer Diskussion unabhängig von der Richtigkeit der eigenen Position Recht zu behalten. Erreicht wird dies durch unterschiedliche rhetorische Tricks, wie das Einbringen diskussionsferner Aspekte, semantische Verschiebungen, Wortverdrehungen und anderes mehr. Die Grenzen zur Täuschung, Irreführung und Lüge sind dabei fließend."

Und dann kommt im letzten Absatz der eigentlich witzige Teil:

"Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Begriff Rabulistik im deutschsprachigen Raum eher selten in Gebrauch, weil er in antisemitischen (sic!) Wendungen und vom nationalsozialistischen deutschen Propagandaminister Joseph Goebbels häufig in den Zusammensetzungen 'jüdisch-rabulistisch' oder 'jüdisch-marxistisch-rabulistisch' benutzt worden war."

Alles klar?

Gruß

Rurik



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