Das Sittengesetz - Teil 6: Das Opfer

Das Sittengesetz - Teil 6: Das Opfer

Unser arteigenes Wesen fordert von uns Opferbereitschaft, dann, wenn der Ruf an uns ergeht, aber auch das Opfer selbst. Peter Rosegger sagte dazu: "Wohltätigkeit ist für edle Menschen ein Vergnügen, aber nicht eines, bei dem man tanzt. Wohltun heischt Opfer, persönliche Opfer."

Was ist ein Opfer? Sicherlich nicht einige Cent oder Euro, die für eine gemeinnützige Sache gegeben werden; das ist zu unbedeutend.

Etwas, was wir nicht ersetzen können, ist die Zeit; auch insoweit opfert man Teile seines Lebens im Einsatz für ein großes Ziel, wenn man zur Förderung dieses Ziels eigene Zeit aufbringt. Oswald Spengler schrieb darüber:

"Der bedeutende Mensch lebt so, dass sein Dasein ein Opfer an eine Idee ist. Der Sinn, den man dem eigenen Leben gibt, ist Zeugnis der Selbstachtung."

Nichts, was groß ist auf dieser Welt, ist dem Menschen geschenkt worden. Alles musste bitterschwer erkämpft werden, sei es die Befreiung eines Volkes, seien es Religionsfreiheit oder Abstellung von Umweltsünden. Luther war bereit, so wie vor ihm zahlreiche andere Ketzer, den Feuertod der Inquisition zu riskieren, und hat dadurch Deutschland vom römischen Joch und der Ausplünderung durch den Papst befreit.

Völker befreit man nicht durch Nichtstun, sondern durch Opfer, und wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch das Opfer, das er für dieses zu bringen bereit ist. Dasselbe gilt für unsere Rasse, unsere Art.

"Vom Opfer lebt das Leben,
vom Opfer zeugt sich’s fort;
wer sich entzieht dem Ringe,
verrottet und verdorrt."

Dies sagt zu Recht Eberhard König. Auch Friedrich Schleiermacher spricht dies an: "Das ist des Menschen Ruhm, zu wissen, dass unendlich sein Ziel ist, und doch nie still zu steh‘n im Lauf; zu wissen, dass eine Stelle kommt auf seinem Weg, die ihn verschlingt, und doch nicht zu zögern den Schritt." Gerhard Krüger ergänzt: "Nur aus dem, was Opfer kostet, erwächst wirkliche menschliche Größe. Je schwerer und härter das Opfer, umso steiler ist der Weg zu ihr und umso einsamer und gewaltiger ist sie. Nicht das Erleiden, sondern das Dennoch, das Gestalten und die Tat entscheidet über die Größe unseres Menschentums." Und ebenso Karl von Hippel: "Wert und Unwert eines Menschen tritt erst zutage, wenn ihm Opfer abverlangt werden."

Welche Gemeinschaft Opfer und Mut, Tapferkeit, Treue, Glauben und Heroismus fordert, die wird solche Teile des Volkes anziehen, die diese Tugenden ihr Eigen nennen. Diese sind in allen Zeiten der Faktor gewesen, der Geschichte macht.

04.05.11

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Kommentare

Kamrad
04.05.11 um 19:25
antworten

Kommentar 1

Gesamt-Kompliment für all Deine Texte!



Name
04.05.11 um 22:41
antworten

Kommentar 2

Ansich wieder ein interessanter Artikel, allerdings mit zu vielen Zitaten. Zitate sollen einen Text ja eher ergänzen bzw. wichtige Stellen nochmals betonen und besonders elegant ausdrücken.
Dennoch lesenswert! ;)



Karl
05.05.11 um 21:28
antworten

Kommentar 3

@Name(2): Nein, Zitate sollen in dieser Serie verdeutlichen, dass "das Sittengesetz unserer Art" keine Erfindung irgendeines Artikelschreibers dieser Seite ist, sondern sich aus der deutschen Philosophie selbst ergibt.

Übrigens - wie HIER auch erwähnt - stammen alle Inhalte dieser Serie aus dem Buch "Sittengesetz unserer Art" von Jürgen Rieger, worin die Texte ausführlicher und mit weit mehr Zitaten zu finden sind.

Das Buch kann man zB HIER kaufen.



Schlafes-Michel
06.05.11 um 10:11
antworten

Kommentar 4

Alles "Große" wird in Not und Leid geboren!
Es sind die die mit lachendem Herzen und Auge diesen Weg gehen - die wahrlich groß sind.

Die Frage kann also für jeden nur lauten:
"Wie weit bist du bereit zu gehen auf diesem Weg und was bist du bereit zu opfern?"



hebbel81
06.05.11 um 17:06
antworten

Kommentar 5

Mein Leben war bis vor kurzem eher sinnlos und unauffällig. Doch seit ich im Widerstand bin, fühle ich für was Gutes und ich weiss, dass es gut ist einzustehen. Was unsere Ahnen erkämpft in unzähligen Schlachten, will ich nicht verlieren, wegen Nutzlosig- und Gleichgültigkeit. Umso mehr mir die Anderen zeigen wie egal ihnen das ist, umso mehr weiss ich, wie wichtig es ist zu kämpfen! Jetzt zu kämpfen und wenn du fragst wie weit wir gehen werden müssen dafür, sage ich "soweit wie wir gehen müssen, wird gegangen, egal was dies für uns bedeutet". Denn alles was nicht mit dem Sieg unsererseits enden würde, würde mich in ein noch sinnfreieres Leben zurückwerfen, als ich vorher schon hatte. Das ist kein Zitat oder so, das ist das, was ich grade denke.

Mit freundlichen Grüßen
Hebbel81



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