
Verlassen zeichnen die endlosen Betonschluchten unsere Heimat, die einst zu einer "blühenden Landschaft" werden sollte. Die tobenden Kinderstimmen in den Straßen und auf den Plätzen sind fast schon verklungen. Nur noch das alte Eingangstor des einstigen Kindergartens, das - vom Wucher der Pflanzen umhüllt - die Zeit eines sterbenden Volkes an sich vorbeiziehen sieht, gibt Auskunft von vergangenen Tagen, an denen noch Leben an diesem todgeweihten Ort herrschte.

Die Stille der Nacht ist vorbei. Überall hetzen die Einsatzbusse des Apparates durch die verlassenen Straßen der Dörfer, suchen nach ein paar Jugendlichen, die diese Gegend wohl schon lange nicht mehr gesehen hat. Sie kommen zu spät.

Nachdenklich steht so mancher am Straßenrand, der dem Fest zum Thema „Halloween“ skeptisch und der Zukunft seiner Region ängstlich entgegensieht. Gegen 17:30 Uhr formiert sich ein Umzug. Spielmannszüge beginnen zu musizieren, verkleidete Kinder und ihre Eltern folgen ihnen. Grotesk wirkt der Umzug fröhlicher Kinder in der nasskalten Dämmerung und im eisigen Wind, als würde die Natur selbst in diesem Moment unbeschwerter Heiterkeit mahnend auf das drohende Ende hinweisen, das unausweichlich erscheint, je länger niemand die Machthaber in ihrem Tun hindert.

Die bewaffneten Einheiten wurden mobilisiert, Verbotsverfügungen ausgesprochen. Observationen wurden durchgeführt, der Propagandaapparat sensibilisiert. Es hat alles nichts genutzt!

Plötzlich ging alles unglaublich schnell. Nur ein Gesicht, ein Blitz, ein stechender Schmerz - dann spüre ich den Aufprall. Der Klang des Tumultes schwindet, ist nur noch gedämpft wahrnehmbar. Leer blicken die leblosen Wände dieser Stadt auf mich herab.
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