
Einige von uns können das Wort nicht mehr hören: Notstand. Einige von uns klappen die Zeitung zu, drehen das Radio ab, schalten die Netzseiten weg, sobald es aufkommt. Seitdem die ersten Versammlungen des Widerstands unter der Begründung des "polizeilichen Notstandes" verhindert und aufgelöst wurden, haben wir uns Jahr für Jahr, von Anlass zu Anlass empört, vor den Gerichten beschwert und unser Nein zu den Verbotsbegründungen bekundet, um am Ende dann doch ohnmächtig den Dingen zuzusehen. Es gibt eine Ermüdung durch Monotonie, sie ist bei uns eingetreten.
Seit der Entscheidung des Bautzener Oberverwaltungsgerichts vom 11.02.2010 und der damit verbundenen Verlegung des Ausgangspunktes der Versammlung zum Bahnhof Dresden-Neustadt, dem Aufbau der "Hamburger Gitter" am Schlesischen Platz, spätestens aber am 13.02.2010 gegen 11 Uhr, als ein Erreichen des Kundgebungsplatzes nach "polizeilicher Anordnung" nicht mehr möglich war, musste es jedem ersichtlich werden, dass es einen offiziellen Trauermarsch nicht geben würde. Dennoch wurden alle Möglichkeiten unergriffen gelassen, mit Tausenden würdevoll durch die Straßen Dresdens zu ziehen und unser Anliegen ins Volk zu tragen, als ein Großteil der anreisenden Gruppen zum "Wilden Mann" umgeleitet werden konnte.
Wir fragen uns, wozu eigentlich vor dem Verwaltungsgericht auf die Durchführung eines Trauermarschs gestritten wurde, wenn man nicht bereit ist, dieses Recht auch auf der Straße umzusetzen – wusste man doch aus unzähligen Fällen, dass ihr Gesetz nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht und auch ein höchstrichterliches Urteil ohne Konsequenzen von der Polizeiführung missachtet werden kann. Es befremdet uns, dass der seit mehr als 8 Jahren bestehende Ordnungsdienst zu nichts imstande ist, als vermeintliche polizeiliche Forderungen durchzusetzen, ohne, dass diese überhaupt aufgestellt wurden. Es irritiert uns, dass in vielen Nachbetrachtungen der Gruppen des Widerstandes abermals vom "skandalösen Polizeiverhalten", nicht aber von eigenen Unzulänglichkeiten die Rede ist – selbst, wenn diese so offen vor uns liegen. Denn Tatsache ist, dass sich seit dem Mittag des 13. Februar 2010 3500 Aktivisten geschlossen und von Polizeikräften mehr oder minder unbehelligt durch Dresden bewegen konnten.
Der Vorwurf, dass gegen einen würdigen Trauermarsch entschieden wurde, muss den Verantwortlichen der Versammlung und letztendlich auch den Wortführern freier Gruppen gemacht werden. Verweigern wir uns nun, die Ereignisse selbstkritisch zu reflektieren, besteht die Gefahr, schleichend die völlige Auflösung der Versammlungsfreiheit hinzunehmen, im vollen Bewusstsein, untätig, auch aus Angst, Verantwortung zu übernehmen. Es muss klar sein, dass wir, die wissen, was gespielt wird, die Verantwortung haben. Dazu muss unsere Ausdauer reichen, wollen wir nicht weiter freiwillig wie Schlachtvieh in den nächsten Polizeikessel laufen.
Doch der Reihe nach: Nachdem die Zugänge zum Kundgebungsplatz am Bahnhof Dresden-Neustadt von den Einheiten der Polizei zugemacht, Bus- und Bahnreisende an der Weiterfahrt gehindert wurden, formierten sich unabhängig voneinander mehrere Formationen aus jeweils einigen hundert Aktivisten, die sich zunächst zu Fuß auf den Weg zum angemeldeten Treffpunkt des Trauermarsches machten. Nachdem etliche Kilometer zurückgelegt waren und Versuche der Polizei, einzelne Gruppen zu kesseln, an der Trägheit der Einsatzkräfte und dem ständigen Bewegen der Aktivisten gescheitert waren, sammelten sich die Gruppen gegen 12 Uhr am "Wilden Mann", wo bereits die Busse von ca. 1500 Aktivisten hingeleitet wurden.
Der dortige Sammelplatz war nur von zwei Seiten zu erreichen, wobei eine durch eine Baustelle stark eingeschränkt und kurze Zeit später von der Polizei abgeriegelt wurde. Die andere Seite wurde vom Ordnungsdienst gesperrt gehalten, der sich auf den stellvertretenden Versammlungsleiter berief, der vor Ort sei. Man wollte nicht eher loslaufen lassen, bis auch die Busse aus Pommern mit ca. 800 Personen angekommen seien, die sich 10 km vor Dresden befänden. Bereits hier riskierte die Führung des Ordnungsdienstes, von den Polizeieinheiten gekesselt zu werden. Man formierte sich an der letzten offenen Seite, um die Gruppe aus Pommern "nicht allein zu lassen." Auch als versucht wurde, dem Verantwortlichen deutlich zu machen, dass eine Gruppe, bestehend aus 800 Personen, gar nicht allein sein kann und es bei ca. 2500 Aktivisten vor Ort ohnehin seine Zeit dauern würde, sodass die Busse aus Pommern schon angekommen sein würden, wenn die Letzten den Platz verlassen, korrigierte dieser seine Entscheidung nicht.
Nach Diskussionen ohne Ergebnis gelang es, den Marsch in Bewegung zu setzen, ohne, dass er vom Ordnungsdienst noch gestoppt werden konnte. Die Einheiten der Polizei hatten sich derweil schon mit ihren Fahrzeugen zu einer engen Gasse gestellt, unterließen es jedoch, den Abmarsch aufzuhalten. Die Teilnehmer aus Pommern konnten sich an das Ende anschließen, sodass nun ca. 3500 Teilnehmer als Demonstrationszug vom „Wilden Mann“ zum Bahnhof Dresden-Neustadt marschierten.
Obwohl klar war, dass der Kundgebungsplatz nicht vor 14 Uhr erreicht werden könnte, die Versammlung durch das Oberverwaltungsgericht jedoch nur bist 17 Uhr genehmigt war, zog es die Führung des Ordnungsdienstes vor, den Kundgebungsplatz nun so schnell wie möglich zu erreichen - einen Platz, auf welchem seit 12 Uhr bereits mehrere tausend Teilnehmer hermetisch abgeriegelt hinter "Hamburger Gittern" bei Vertröstungen und leeren Versprechen seitens der Polizeiführung verharrten.
Die Konsequenz aus dieser Situation hätte nun sein müssen, nicht zum Kundgebungsplatz in den Kessel zu laufen, sondern einen würdevollen Trauermarsch eigenständig durchzuführen, alternativ die Formation in drei Demonstrationen zu spalten und möglichst lange durch die Stadt zu laufen - auch, um den nötigen Druck auf den Kessel am Schlesischen Platz zu erzeugen, da derart große Demonstrationszüge unzweifelhaft das Potential gehabt hätten, die Polizeiführung zum Abzug von Kräften am Neustädter Bahnhof zu zwingen.
Gerade ortskundige Wortführer freier Gruppen scheuten sich jedoch, Verantwortung zu übernehmen, erlagen dem Trugschluss, es könne aus dem Kessel heraus Druck gemacht werden, um später zu den Bussen als Demonstrationszug zurück zu marschieren. Und da von der Führung des Ordnungsdienstes keine Abweichung zu erwarten war, lief man brav und auf weiten Teilen der Strecke ohne wesentliche Begleitung durch Polizeieinheiten gegen 14 Uhr durch die Absperrungen am Bahnhof Dresden-Neustadt.
Durch einen Lautsprecherwagen der Polizei wurde dort in regelmäßigen Abständen dazu aufgefordert, sich in den Kessel zu begeben. Ohne großes Zögern wurde Folge geleistet. Gegen 15 Uhr war das Ende der Demonstration auf dem Platz angekommen und die Absperrung geschlossen. Die mittlerweile eintönige Durchsage der Polizei änderte sich sofort. Aufgrund von Blockaden der Gegendemonstranten sei ein Marsch derzeit nicht möglich. Zuvor konnten die 3500 Teilnehmer der Demonstration dem Kundgebungsplatz jedoch über eine Stunde lang problemlos zugeführt werden.
Gegen 16 Uhr erging, wohl zur Ermunterung schlichter Gemüter, der Aufruf der Veranstaltungsleitung, Aufstellung zu nehmen. Die Möglichkeit eines verkürzten Trauermarschs sei zugesichert worden. Um 16:40 Uhr stellte sich dann überraschend heraus, dass die Polizei nicht in der Lage sei, die Alternativroute durchzusetzen. Durch die Lautsprecher der Versammlungsleitung ergingen antreibende Worte, die nur dazu führen konnten, Teilnehmer zu ermutigen, ihr Recht in einem sinnlosen Unterfangen selbst durchzusetzen und aus dem Kessel auszubrechen. Derartige Versuche scheiterten jedoch erwartungsgemäß. Endlos wiederholte Durchhalteparolen wie "Schande, Schande" oder "Wir sind im Recht" erweckten nicht nur den Eindruck einer Szene aus Orwells Roman "Farm der Tiere", sondern wirkten auch verstellt, da ein Trauerzug wohl möglich gewesen wäre, bevor 3500 Teilnehmer in den Kessel geführt wurden. Pünktlich um 17 Uhr ebbte das widersinnige Treiben dann ab, das Trauerspiel wurde beendet.
Wer meint, sich heute über den abermals gebeugten Rechtsstaat empören zu müssen, aber aus Angst, die Kontrolle zu verlieren oder Verantwortung zu übernehmen, nicht die vorhandenen Möglichkeiten nutzte, um das Recht der Versammlungsfreiheit eigenständig durchzusetzen, der schafft sich seine Perspektivlosigkeit selbst, der hat seine Niederlage schon im eigenen Kopf erlitten. Wer meint, am 13. Februar seelenlose Massenveranstaltungen in Dresden abhalten zu müssen, soll sich dem "offiziellen Gedenken" anschließen, es aber unterlassen, einen "nationalen Widerstand" herbeizureden, den es am 13. Februar 2010 weder bei den Verantwortlichen des "Trauermarsches", noch in weiten Teilen der Teilnehmerschaft zu geben schien. Wer meint, einen Ordnungsdienst im Sinne der Demokraten führen zu müssen, soll sich ehrenamtlich zu den Zeremonien der Herrschenden melden, aber nicht erwarten, die Akzeptanz einer Weisungsbefugnis in den Reihen des Widerstandes zu finden.
Ein grundlegendes Prinzip unserer Idee ist seit jeher die Verantwortung des Einzelnen gewesen. Wo sie von offenkundig Ungeeigneten übernommen wurde, müssen personelle Konsequenzen folgen. Wo sie nicht übernommen wird, dürfen künftig keine Führungsansprüche gestellt werden.
Im Widerstand ist nach dem Trauerspiel von Dresden mehr denn je eine Diskussion vonnöten, wie künftig auf den "Notstand" zur Verhinderung unserer Versammlungen zu reagieren ist. Sollte das Ergebnis dann "Dulde!" lauten, muss über einen Namenswechsel, weg von "Widerstand", nachgedacht werden.





17.02.10

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nicht wichtig
17.02.10 um 15:55
antworten
Gebe dem Schreiber völlig Recht. Wie lange wollen wir uns noch auf der Nase herumtanzen lassen. Es ist Zeit endlich zu handeln.
mrb
17.02.10 um 16:11
antworten
@nicht wichtig(1): Richtig!!! ZEIT ZU HANDELN!!!
Stefan
17.02.10 um 16:19
antworten
@nicht wichtig(1): @mrb(2):
Was sind eure Konsequenzen aus dem Text? Abgesehen davon, dass der Text wirklich ein guter Anstoß für einen Diskussionsprozess innerhalb des "Widerstands" ist, sollten hier aus meiner Sicht doch wohl eher Kommentare mit Lösungsvorschlägen für die angesprochenen Probleme abgegeben werden, als bloße Zustimmung zum Geschriebenen.
Zeit zum Handeln ist nämlich schon eine ganze Weile.
willi
17.02.10 um 16:23
antworten
@Stefan(3): Vielleicht sollte man Lösungvorschläge zum Vorgehen bei kommenden Demonstrationen (angemeldet oder unangemeldet) nicht in einer öffentlichen Kommentarspalte im Internet diskutieren?
spremberg.
17.02.10 um 16:24
antworten
Diese Analyse ist wichtig und notwendig, allen Unkenrufen zum Trotz!
Das Resultat des diesjährigen Trauermarsches war lange vor dem eigentlichen Marsch abzusehen. Das dieses System mittlerweile unwillens ist dem "Nationalen Widerstand" sein legitimes Demonstrationsrecht zu gewährleisten, wurde erstmals in Leipzig deutlich, zeigte sich in Dresden erneut und wird sich in Berlin fortsetzen, wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen werden. Wobei ein Trauermarsch als Diskussionsgrundlage hierbei ein denkbar schlechtes Beispiel bietet, da er jegliches Militanzverhalten von vornherein ausschließt.
Zu Dresden selber:
Wenn wir den vergangenen Sonnabend reflektieren, so müssen wir uns für unseren reichlich 250 Mann Wanderkessel eingestehen, dass sämtliche Selbstorganisationsbestrebungen freier Kräfte von anwesenden NPD-Kräften (namtl. Oderländern) mittels Gerüchtstreuung und bewusster oder unbewusster Desinformation konsequent sabotiert wurde. Zudem fehlte es an Tontechnik in Form von Megafonen zur effektiven Bündelung der Kräfte (bei einem Trauermarsch aber nicht verwunderlich).
Patentrezept? Sicher, Selektion!
Block F
17.02.10 um 16:29
antworten
Wichtig ist, dass wir das nicht auf uns ruhen lassen, das ist die Möglichkeit weitere Aktionen zu planen und das Eregnis regelrecht auszuschlachte. Dafür bedarf es politische Taktiken und Aktionen. Flugblätter, Schnipsel, Spontis - alles was das Ereignis nicht vergessen lässt. Denn das was uns am Samstag passiert ist, ist jetzt passiert und nicht vor 65 Jahren, und das wissen viele "nicht extreme" die auch dort waren. Wir haben die Möglichkeit dieses mal auf viele Ereignise an diesem Tag ein zu gehen, so gab es Überfälle, Demokratische Übergriffe von Polizisten auf Nationalisten, Kommunistische Übergriffe und und und.
Handeln - Jetzt!
Und lasst euch nichts schlecht reden, ALLES was getan wird, zeugt von Mut und Willen zur Veränderung (Ich kann es einfach nicht ab haben, wird doch immer nach jeder Aktion gleich alles von den eigenen in den Dreck gezogen.)
Einfach machen und nachmachen, bessermachen, weitermachen!
Grüße aus Frankfurt am Main
Heiko
17.02.10 um 16:30
antworten
@Block F(6): Die Frage ist nicht, was man machen kann, sondern, wie man in Zukunft solche Willkür verhindern kann.
Alle reden immer von ihren Rechten, die sie zu haben glauben, vergessen dabei aber, dass man nur das Recht für sich in Anspruch nehmen kann, welches man auch in der Lage ist, selbst zu erkämpfen.
Gerd
17.02.10 um 16:31
antworten
Ohne Frage, gut geschrieben und den Nagel auf den Kopf getroffen. Das die Probleme offen angesprochen werden, ist richtig und wichtig!
Die Frage ist, wie impft man den Mitstreitern genügend Mut und Selbstbewusstsein ein und nimmt ihnen die Angst vor Konsequenzen, seitens des Staates um Verantwortung zu übernehmen?! Man darf aber nicht vergessen, dass es wirklich nicht einfach ist, alle Angst vor Konsequenzen abzulegen. Da vielen die Arbeit und/oder die Schule von hoher Wichtigkeit ist. Die Arbeit evtl. zu verlieren, oder in der Schule abgestempelt und vielleicht deshalb von Lehrkräften schikaniert zu werden ist kein Leichtes. Es ist mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen die Probleme zu beseitigen, aber WIR bekommen es auf die Reihe! Das ist die falsche Zeit den Kampf aufzugeben! Gehabt euch wohl, Gruss
Wut
17.02.10 um 16:31
antworten
Von einem Aufgeben kann hier ja keine Rede sein, worum es geht ist doch die einfache Frage wie lange wir das ganze Spiel der Obrigkeit noch mitmachen wollen; da sind zum einen wir, die wir von Bhf Radebeul Ost mit dann 3500 Männern, Frauen und Greisen auch einigen Kindern durch die gesamte Dresdener Neustadt marschieren, fast ohne Polizeieskorte uns aus den Seitenstrassen bewerfen lassen, kurz zurück schlagen dann aber wieder brav wie die Lemminge ins Absperrgatter laufen und uns dann kurz vor 17 Uhr wundern das nichts mehr geht! Um sich dann anhören zu müssen ruhig zu bleiben um evtl. schlechte Presse zu vermeiden, was der Hohn ist, da wir die sowieso sicher haben, es wird ja eh immer so dar gestellt als hätten wir angefangen! Dann fangen wir eben in Zukunft mal an uns zu wehren, dann hört das vielleicht auch auf, dass pubertierende Hundertschaftspolizisten erwachsene Männer, zu denen ich mich zählen darf, blöd von der Seite anzulabern und zu bevormunden! Klar ist nat. auch das ein Trauermarsch nicht der Anlass sein kann die Dresdener Neustadt zu befrieden. Grundlegend wäre aber zu Überlegen ob Frauen, Greise und Kinder nicht besser zu Hause bleiben sollten, da sie im Falle der eintretenden Notwehrsituation gesondert zu schützen wären und der Rest, der in Notwehr handelt, sich nicht so frei bewegen kann wie er müsste, um efektiv seine Rechte auch gegen belehrungsresistente linke Chaoten durchzusetzen!
In diesem Sinne Allzeit bereit jetzt und in Zukunft!!
Vorharzerjungs
17.02.10 um 16:32
antworten
Genau, unser klugen Köpfe sind gefragt und nicht wie sie uns hinstellen... So wie ich ala 13/14 Feb. 2010 meine eigene 'Aktion zu Dresden in meiner Stadt gemacht habe, kann jeder was machen. Mein gesamtes Fensterbrett war mit Kerzen erhält und einem Transparent behangen... 13 Feb 1945 war das alles nötig für den Frieden, Gegen Krieg Mord und Vertreibung ... So kann jeder Einzelne was erreichen und wie die Vorschreiber schon geschrieben haben: das Egoismus-Denken muss aus den eigenen Reihen. Wir wollen eine Volksgemeinschaft sein, also lasst uns zusammenwachsen und nicht über jede Aktion lachen usw. erstmal selber machen !!!
Karl
17.02.10 um 16:32
antworten
Es ist frustrierend: Die Kommentare gleichen sich nach jeder missglückten Demo. Die Vorschläge sind ja in Teilen schön und gut - aber all die Organisationsschwächen können NUR in den regionalen Gruppen behoben werden.
Dass die benannten Schwächen bestehen, wusste man schon vor Dresden 2010, dennoch wurde und wird an diesem Grundproblem nicht gearbeitet, sondern es verlassen sich alle auf die "Veranstaltungsleitung", ohne natürlich abschätzen zu können, ob das Vertrauen in diese Personen gerechtfertigt ist. War es das nicht, wird hinterher gemeckert - aber wie immer werden keine Konsequenzen gezogen.
Wer von Euch hatte einen Stadtplan von DD dabei?
Wer von Euch hat sich im Vorfeld mit den örtlichen Gegebenheiten beschäftigt (Google-Maps usw.)?
Wer ist bereit, als "Sturmtrupp" zu fungieren und damit bei jeder Demo Anzeigen wegen Landfriedensbruch etc. hinzunehmen, auf lange Sicht aller Wahrscheinlichkeit nach auch Haftstrafen zu verbüßen?
Wer kümmert sich um Funk etc. - wer bildet sich in dieser Richtung weiter, wer beschafft sich die Technik, wer organisiert hierzu Schulungen und Übungen?
Wer leistet endlich regional Überzeugungsarbeit dahingehend, dass wir in einem politischen Kampf stehen, der nichts mit wochenendlicher Freizeitgestaltung zu tun haben darf? Sinnloses Gepose, Selbstdarstellerei... wären alle in zivil, alle unauffällig, alle in Kleinstgruppen unterwegs, alle bestens vorbereitet und von dem Gedanken durchdrungen, das Tagesziel in jedem Fall zu erreichen - was hätte sich einer solchen Welle aus tausenden Personen entgegenstellen können? Nichts und niemand! Aber stattdessen die üblichen Bilder, gröhlende Spinner mit gestrecktem Mittelfinger, die beim Versuch, Linken hinterherzurennen, auf dem Schnee ausrutschen oder nach 20 Metern merken, dass sie doch keine Lust auf Konfrontation haben...
Wenn man unterstellt, dass die Propagandawirkung von Großdemos sowieso eine geringe ist, da die Demo durch Polizei und "Gegenaktivisten" weitgehend von der öffentlichen Wahrnehmung abgeschottet wird, dann bleibt als einzige Legitimation solcher Veranstaltungen der Gedanke, den Teilnehmern selbst vor Augen zu führen, dass "wir" viele, also nicht allein in unserem Kampf sind - aber nach jeder Großdemo fühlt sich so mancher mehr denn je allein und verloren in einer Heerschaar von Unwilligen und Unfähigen.
Das Konzept "Großdemo" sollte erst wieder auf den Plan gerufen werden, wenn es eine Bewegung gibt, die dahinter steht - ein Mob unkoordinierter Polittouristen ist weder propagandistisch vorzeigbar, noch interner Motivationsfaktor - im Gegenteil...
Ernst
17.02.10 um 16:32
antworten
Das Problem ist, das viele Aktivisten im Lauf der Zeit Führungspositionen in ihren Gruppen errungen haben und dadurch ihre gewonnene Autorität nicht verlieren wollen.
Auch wenn es bessere Führer gibt, lassen sie sich denen nicht unterwerfen sonder bestehen auf ihre Führungsautorität.
Nichts ist schlimmer wie unfähige Spitzenpositionen. Man sieht es ständig im nationalen Widerstand. Jeder Führer sollte selbst mal in sich gehen und sich selber fragen, ob er fähig ist oder nicht.
Oder wie seht ihr das?
Karl
17.02.10 um 16:33
antworten
@Ernst(12): Sehe ich genauso. Mit der Ergänzung, dass es leider vielerorts wirklich die besten sind, die die unfähigen Führer stellen. Im Schlepptau haben sie eine Vielzahl noch weniger fähiger Leute, und dieses Gesamtbild schreckt natürlich jeden Fähigen ab, den es in der Region noch geben könnte - jedem, der das erkannt hat, hilft nur die konsequente Selektion, will er seinen Idealismus nicht für Politikunfähige verheizen.
Gerd
17.02.10 um 16:33
antworten
Das ist zwar harte, aber leider zutreffende Kritik! Ich denke, durch solch direktes Ansprechen der Fehler, öffnet das die Augen aller Aktivisten, es gibt einen "Aha!" effekt, einen Ruck. Gruß
Sepp
17.02.10 um 16:34
antworten
Haha. Auf den "Aha" Effekt bin ich ja gespannt. Wohlmöglich wird jeder denken das Es nicht auf ein Selbst bezogen ist, so dass Wir in Zukunft wieder den gegenwärtigen Zustand einholen. Man sehts endlich ein, ca 90 % der Bewegung muss weg!
"alter"Dresdner
17.02.10 um 16:34
antworten
geschämt habe ich mich über die Dummheit und Feigheit des sog.nationalen Widerstandes.Das wäre uns unter Küssel und Co nicht passiert.Wenn man als normaldenkender Mensch diese Demokratie ablehnt, wieso ruft man dann die Organe der o.g. an um ein Demonstrationsrecht durchzusetzen. Das kann doch alles nur in die Hosen gehn. Respekt an die "Kameraden" der anderen Feldpostnummer, habt an diesem tag gewonnen, weil ihr einfach besser wart! Sollte man überlegen, ob man solche peinlichen Geschichten unter Rednern, die mit stundenlangen Reden nur sich selber darstellen, wiederholt!
Dazu diese pickelgesichtigen Ordner, die die Proteste der Teilnehmer gegen die Hinhaltetacktik Hand in Hand mit der Polizei unterbunden haben, könnt ich kotzen.
Viele der "guten alten Jungs" waren an diesem tag nicht in Dresden, sichelich haben sie das alles erahnt!
mrb
17.02.10 um 16:34
antworten
Ich denke auch, dass 90% der Bewegung noch nicht wissen um was es geht. Das wir in einem Kampf stehen, einem Kampf gegen dieses korrupte und kaputte System. Solange das nicht eingesehen wird und so weiter gemacht wird, wie es jetzt ist – wird uns dieses System immer wieder einen Schritt voraus sein.
Zweimal haben sie es jetzt durchgezogen und zweimal haben sie gewonnen. Ich denke es gibt jetzt einige die das nicht mehr mit sich machen lassen werden und das sind die 10%, die verstehen um was es hier geht.
Aber die anderen 90% werden sich das wieder gefallen lassen und sobald der Kessel wieder zu geht, fängt es wieder an mit lauten Parolen, gestreckten Mittelfinger und auch der Versuch auf Gegenaktivisten ranzukommen – und das bei einem Trauermarsch?
Die Frage ist, was können wir tun? Das tun, dass wir den Großteil dahin bekommen, wo sie hinmüssen?
Und auch wie Ernst es sagte, sollten manche Aktivisten überlegen, ob es sinnvoll ist noch als Führungsposition zu agieren. Denn es gibt wie schon gesagt, sicher neue Aktivisten die noch mehr „Power“ haben um den wirklichen Kampf fortzusetzen und auch den „Widerstand“ weiter nach vorne zu bringen.
Das Problem ist, wer kann eine Führungsposition darstellen und wer nicht?
Warum konnten nicht wie Karl der Großteil sich mit der Umgebung beschäftigen, warum hat keiner einen Stadtplan mit (auch wenn es sich lächerlich anhört und viele denken: „warum brauche ich sowas“), genau das ist die falsche Einstellung – genau da kristallisieren sich die Leute raus, die wir brauchen.
Ein Spontaner Routenwechsel wäre sicher sinnvoll gewesen um den Kessel zu entgehen, genau weil sich einfach zu viele denken: „die anderen machen das schon und ich laufe hinterher“. Genau da ist das Problem: wir brauchen mehr Eigeninitiative um auch spontan bei Großdemos zu Handeln.
Aber wir sollten wirklich das Thema „Großdemo“ vieleicht erst mal in den Hintergrund schieben und erst jeder in sich gehen und überlegen, was er wirklich will und wie er selber am besten handelt.
Michel
17.02.10 um 16:34
antworten
Die Kritik - vor allem im Angesicht der Dresdener Gegebenheiten (Marsch vom "Wilden Mann") - sind sehr berechtigt. Leider nur ist es im Jahr 2010 tatsächlich so, dass sich der Nationale Widerstand als Gesamtteil kaum mehr zu gewisser Eigeninitiative aufrappeln kann. Nicht anders ist es zu erklären, dass beispielsweise immer wieder zu beobachten ist, wie Aktivisten schon bei geringfügig unerwarteten Ereignissen auf die Anweisung von Staatsbütteln warten...
Heiko
17.02.10 um 16:35
antworten
@mrb(17): Schöne Zusammenfassung aber nichts neues. Warum sollten wir Großdemos vermeiden? Warum werden denn unsere Großdemos so massiv seitens des Staates bekämpft? Weil sie die meiste Aufmerksamkeit bringen! Und genau aus diesem Grund würde ich weiter daran festhalten.
Auch würde ich nicht auf 90% der Masse verzichten, nur weil diese Menschen nicht in der Lage sind, selbst zu entscheiden. Das ist schliesslich Aufgabe der Führung. Dekadente Assis nehme ich hier mal raus, ich frag mich sowieso, warum die nicht von vornerein von Demos entfernt werden.
Also bleiben 2 Probleme: eine gute Führung und die Masse, die auch bereit ist, Befehle von der Führung anzunehmen und diese unbedingt, auch wenn sie unlogisch sind, zu befolgen.
Erst dann kann man doch von einem einheitlichen und geschlossenen Handeln reden. Schaut euch doch nur mal die Struktur der Polizei an.
Karl
17.02.10 um 16:36
antworten
@Heiko(19): Genau das fehlt doch aber - die Einsicht der "90%", dass, wenn man schon selbst nicht weitsichtig und überlegt genug ist, einer Führung vertraut und gefolgt werden muss! Doch wer hat den Führungsanspruch? Wie setzt er ihn durch? Das funktioniert im antiautoritären Gewirr dieser Tage doch noch nicht einmal regional zufriedenstellend - auch wenn hier zumindest abschätzbar ist, wer Führungsansprüche geltend machen dürfte. Wie soll das dann auf einer "Großdemo" umsetzbar sein, auf der sich 90% der Teilnehmer gar nicht kennen? Dieses Manko kann nur überwunden werden, indem sich zunächst regional endlich geordnete Strukturen herausbilden und im weiteren Verlauf überregional vernetzen.
Aus eigener Erfahrung kann ich bezüglich der "meisten Aufmerksamkeit" sagen, dass eine tatsächlich durchgeführte und volksnahe Demo mit 300 Teilnehmern in kleinstädtischen Gefilden weitaus mehr bringt, als eine Großdemo, bei welcher die Anwohner vorrangig durch massivste Verkehrsbeeinträchtigungen und randalierende Gegendemonstranten beeindruckt werden... Dass das unserem Anliegen dient, muss bezweifelt werden. Natürlich wirkt eine Demo mit 8000 Menschen imposanter - aber sie muss dann eben auch genauso stattfinden wie jene mit den 300 Teilnehmer - und das ist derzeit utopisch:
- Der Mobilisierungsaufwand ist ungleich größer, weshalb lange im Vorfeld geworben wird und daher auch auf der Gegenseite entsprechende Reaktionen erfolgen.
- Die Polizei ist angesichts der gemeldeten Teilnehmererwartungen überrepräsentiert und schottet die Demo schon durch ihre matrialische Präsenz vom Volk weitgehend ab.
- Letztlich kommen nicht die "guten 300 mal zwanzig", sondern die "guten 300" und eben noch ein paar Tausend, von denen jeder für sich schon ungeeignet ist, das zu repräsentieren, was die Demo verkörpern soll.
Wären hingegen die regionalen Strukturen so wie eingangs gefordert, hätte sich der Mobilisierungsaufwand schon sehr vereinfacht: Man müsste Gegendemonstranten dann nicht ein elend langes Vorfeldstadium einräumen - hierdurch wäre der "polizeiliche Notstand" auch mangels vieler Gegendemonstranten schon gebannt. Außerdem gäbe es regionale Einheiten fähiger Personen, die dann tatsächlich die "guten 300 mal 20" darstellen könnten.
Wer aber ohne diese Voraussetzung (politikfähige, klar strukturierte regionale Gruppen) schlicht an den überkommenen "Großdemos" festhalten will, macht den 10. Schritt vor dem 1. und wird deshalb immer wieder auf's Maul fallen (oder in einem Kessel stehen, in welchem er sich fragt, was er eigentlich mit 90% der dortigen Leute zu schaffen hat...).
mrb
17.02.10 um 16:36
antworten
@Heiko(19): Und was denkst du wie viele von den Leuten zu den Dekadenten Assis zählen? Ich denke das wird der Großteil von 90% sein. Schau dir nur mal auf einzelne Bilder an - auf 10 Leute kommen 7-8 Personen die Parolen schreien oder ihren Mittelfinger in die Kamera strecken.
Ernst
17.02.10 um 18:46
antworten
@Heiko(19): Lese dir das nochmal durch@Ernst(12):
Gerd
17.02.10 um 20:59
antworten
Aus welchem Grund denkt ihr, das sich niemand angesprochen fühlt?! Echt sch...! Ich mag auch nicht bestreiten, dass es "schwarze Schafe", Sturköpfe, oder verdammt Naive Mitstreiter/innen gibt. Das ist aber noch lange keine Rechtfertigung dafür, über 90% der Bewegung auf diese Art und Weise zu kritisieren - ja sogar durch den Dreck zu ziehen!!! Selbst die Behauptung von mbr, dass die 90% es sich wieder gefallen lassen würden ist nun wirklich in keinster Weise angebracht oder angemessen!!! Man sollte auch vor seiner eigenen Haustür kehren und nich über andere herziehen als ob es kein morgen gebe. Nehmt euch lieber ein Beispiel an dem Motto "Klagt nicht kämpft!" - wenn ihr das befolgt und es auf diese Probleme projeziert erreicht ihr mit großer Sicherheit mehr. Ja ich selbst, zähle mich in ein paar Punkten auch nicht gerade als Optimal - arbeite aber hart daran mich zu verbessern! Und das sollte jeder einzelne von sich abverlangen können, ach was sage (schreibe) ich... abverlangen müssen, wenn sich das Blatt zum Guten wenden soll.
Gruß
P.s.:
Ein Volk,
das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften
und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt
Gruß
Martin
17.02.10 um 21:15
antworten
@Gerd(23): Ich denke, da sollen sich auch Leute angesprochen fühlen - nur leider sind das fast immer die falschen...
PS: Auch Mitstreiter gehören nicht gegendert ;)
Gerd
17.02.10 um 22:05
antworten
@Martin(24):
1: Was meinst du mit "die Falschen"?
2: Ist gemerkt.
Gruß
P.s.: Nur ein Übel ist unheilbar: wenn ein Volk sich aufgibt.
Gruß
Horst
17.02.10 um 23:56
antworten
Natürlich wäre ein widerstandsfähigeres Handeln besser, jedoch sollte man sich fragen, ob dieses Verhalten nicht vom Staat gewollt ist, um ein Folgeverbot aussprechen zu können!?
Hempel
18.02.10 um 00:02
antworten
Ich bin ja mal gespannt, was bei eurer ganzen Debatte hier herauskommt. Denn in solch eine artet das Ganze hier langsam aus. Lest selbst noch einmal.
Was wird im Nachhinein geschehen, wie immer nichts, weil die meisten nur reden aber nicht handeln. Taten satt Worte! Und seid mal ehrlich einiges, ist ganz schön aus dem Ruder gelaufen. Führungskader, das heißt noch mehr zu leisten, noch mehr zu opfern, aber wer ist bereit dazu, wenn ich mir den größten Teil der Leute die sich als "Führer" preisen anschaue, wird mir schlecht das sich die Balken biegen.
So soll eine Volksgemeinschaft entstehen? Die Hälfte dieser Leute verkörpert nicht einmal das, wovon jeden Tag gesprochen wird. Dabei versickern sie selbst immer mehr in das System der Herrschenden und merken es nicht einmal. Ich schaue mir die ganze Sache schon eine Weile an, und für mich gibt es nicht viele die das wahrhaft sind, von wo sie zu sprechen gedenken. Mal sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt ... Auf jeden Fall sind es die Jenigen die es sein wollen nicht, das ist meine jetzige Auffassung zur derzeitigen Lage.
Andy-MD
18.02.10 um 00:10
antworten
Wir müssen uns der eigenen Reflextion unterziehen, um zu erkennen, welche Fehler aufgetreten sind und wie wir sie am besten lösen und beheben können.
Also das einfache Prinzip des Lebens: Vor welchem Problem stehen wir und welchen Weg erachten wir anhand der aufgezeigten und geführten Analyse als den sinnvollsten.
Um ins Thema Dresden einzusteigen, müssen wir eine äußerste Objektivität wahren.
Der Veranstaltungsleitung war seit ca. 9.30 Uhr klar, dass es keinen Marsch vom Bahnhof Neustadt aus geben wird. Diesbezüglich wurde viele Reisegruppen darüber informiert, sich in größeren Gruppen zum Kundgebungsort einen Weg in Form eines Marsches zu ebnen. Dies gelang einer größen Grupper vom "Wilden Mann" aus. Die stell. Versammlungsleitung die vor Ort war, hat meiner Einschätzung nach in den meisten Fällen durchaus konsequent, besonnen und klug reagiert.
Was haben sich allerdings für Schwachstellen an diesem Tag eingeschlichen und aufgezeigt?
-1. Die fehlende Füherschaft!
-2. Profilneurotiker, die meinen müssten, sich in den Vordergrund zu schieben und Befehle zu erteilen, die zum einen in der Art und Weise, wie es geschah, nicht angebracht waren und zum anderen Strukturen aufbrachen und es dadurch zu einem Kompetenzgerangel kam.
---Richtig wäre ein sachlicher Dialog gewesen und keine Anfeindungen persönlicher Natur
-3. Die Konsequenz müsste also daher lauten: Einhaltung der Regel: Befehl und Gehorsam!!!
Ziel hätte es sein müssen, nachdem vielen Gruppen die Information erhalten haben, vor welchem Ausgangspunkt wir stehen, selbstständig durch Dresden zu marschieren, mit dem Ziel zum Bahnhof Neustadt zu gelangen, um dort die Kundgebung und die Trauerfeier abzuhalten!! Also die Form eines Sternmarsches!!!
Denn Ziel der Stadt und der Politik war es, dass in Dresden eine Trauerfeier und ein Gedenkmarsch in dieser Größenordnung verhindert werden sollte. Daher müssen wir schnell und beweglich reagieren, um der Idee der Stadt und Polizei entgegen zu treten. Dadurch bewirken, dass wir unseren Weg und unser Recht als Deutsche konsequent gehen.
Ich denke allerdings anders darüber, als es oben nieder geschrieben wurde den Marsch von den 3500 Mann zu splitten. Ich konstruiere mal die Geschichte, das es dadurch zu erheblichen Straßenschlachten mit der Linken gekommen wäre und der Sinn einen Trauermarsch durchzuführen wäre verflogen. Zumal dafür die nötigen Führer fehlten, die in der Lage gewesen wären, den Marsch taktisch richtig durchzuführen. Und ich denke auch, dass die Masse sich nicht den Weisungen und Anordnungen unterzogen hätten. Dafür fehlt die Disziplin und Unterordnung! Der Individualismus ist auch in Teilen "unserer Bewegung" angekommen. Wir müssen hierbei schon ein wenig realistisch sein und bleiben.
Wir haben es hingegen als große Gruppe geschafft, einen Marsch durch Dresden und die Neustadt druchzuführen, der weit aus länger gewesen ist, als die genehmigte Marschroute.
Für die Zukunft muss es heißen:
Bei Großveranstaltungen hat sich die Veranstaltungsleitung über mögliche Komplikationen Gedanken zu machen und verschiedene Situtionen zu konstruieren, um sich auf Eventualitäten gut vorzubereiten. Also ist ein Koordinierungstreffen von erheblichen Maße notwendig. Dafür sollten alle relevanten Vertreter an einen Tisch gebracht werden, die die nötige Erfahrung und Kompetenz mitbringen.
Hierbei ist zu beachten:
-Einteilung von Gruppenführern ist erforderlich (bestenfalls aus den bestehenden Reisegruppen)
-Eine gut funktionierender Ordnungsdienst
-Veranschaulichung der geographische Umgebung
-Ausarbeitung von Maßnahmen die im Vorfeld getroffen werden müssen, um auf Eventualitäten folgerichtig zu reagieren
-Späher die im Vorfeld die Route begehen und eine erste Einschätzung abgeben.
Alles andere erweist sich als organisatorisches Desaster und hemmt den Motivator der Teilnehmer, so traurig das auch klingen mag.
Ich rufe zum Dialog auf!
Lieselotte
18.02.10 um 01:00
antworten
@Gerd(23): Diese Kritik an der Fähigkeit einiger Personen innerhalb der Bewegung ist aber von elementarer Wichtigkeit um voranzukommen.
Manche Leute kehren regelmäßig vor der eigenen Haustür und stellen dann fest,dass es andere, die dies auch machen sollten, aus Ignoranz oder Desinteresse eben nicht tun. Das ärgert und deprimiert einfach nur.
Gerade auf den Großdemos ist man doch ständig wieder darüber erschrocken, was für Personen angezogen werden. Das "90%Problem" hat meiner Meinung nach auch weniger mit Naivität oder Sturheit zu tun, sondern -Entschuldigung- eher mit geistiger Leistungsunfähigkeit. Wenn dazu noch ein überschätztes Selbstbild der jeweiligen Person kommt, ist die Mischung perfekt. Jeder soll sich objektiv nach seinen Fähigkeiten eingliedern - manchen sollte dabei geholfen werden,weil sie diese objektive Sicht auf ihre Person einfach nicht haben. Der betrunkene Stammtischredner denkt auch, er sei der Held vom "Speakers Corner" und dass man ihn ernst nimmt, wenn er mit dem Glas in der Hand über die ungerechte BRD-Politik schimpft.
Es geht hier auch nicht darum zu klagen,sondern produktive Kritik zu äußern, damit es nicht wieder zu denselben Handlungsfehlern kommt.
Wenn es eine bessere Absprache und eine kompetente Führung, die es schafft, untereinander zu vernetzen gegeben hätte, wären wir nicht im Kessel gelandet - deshalb sollte man endlich einmal die Kompetenzen klären und in Zukunft bestimmter und spontaner handeln, bevor es keinen Ausweg mehr gibt. Es sind soviele gute Ideen durch die Reihen gewandert, die den Marsch in den Kessel verhindern sollten - warum waren diese nicht durchsetzbar?...
Gerd
18.02.10 um 15:51
antworten
@Lieselotte29: Was die Kriterien angeht, stimme ich ja zu. Siehe Kommentar 8. Ich bin aber der Meinung, dass man Kritik auch etwas konstruktiver formulieren kann. Wie schon geschrieben, bin ich mir dessen sehr wohl bewusst, das es genug gibt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wirklich wissen "wie der Hase läuft".
Manchmal stellt sich mein Gewissen oft die Frage "wie kommt der denn dazu hier mit zu marschieren, demonstrieren, Plakatieren etc.?".
Wie oft sieht man denn alkoholisierte, pöbelnde, dumpf propagierende oder provozierende "Widerstandskämpfer", die alles noch schlimmer machen, als es ohne hin schon ist?! Viel zu oft! Selbst wenn man sie darauf anspricht, sie bittet zu gehen, sich dem Demozug "netterweise" fernzuhalten... kommt es dennoch immer wieder vor, dass solch ein Strolch irgendwo, irgendwann, irgendwie auftaucht. Die meisten dieser Sippe entspringen ja aus keiner Gruppe, keinem Kader, keiner Vereinigung der Art, die ich (wir) bevorzuge(n). Das sind immer Einzelne. Die nicht belehrbaren Wiederholungstäter, die immer wieder Auffallenden. Solchen "Mitstreitern" kann man ja nicht einmal die einfachsten Aufgaben anvertrauen, wie Infoblätter in Briefkästen zu tragen, kleben, Plakatieren. Da bei den durch Alkohol Aufgefallenen, jederzeit die Gefahr besteht, noch während der "Aktion" am nächsten Bierstand zu landen. Den dumpf Propagierenden ebenfalls nicht, sollte ein Bürger mehr über den Inhalt, oder dem Nationalen Sozialismus wissen wollen, kommt derjenige mit seinem Wissensstand nicht gerade weit. Nein im Gegenteil, das schreckt nur noch mehr ab und zerstört jegliche Interessen an diesem Thema. Was gibt das nur für ein Bild ab!? Eine Tragödie schlecht hin.
Da gebe ich zu, schießt mir das Wort "Selektion" geradezu mit Überschallgeschwindigkeit in den Kopf.
Dass umstrukturiert werden muss, steht außer Frage.
Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch!
Was allerdings von enorm hoher Bedeutung ist, ist die Zeit!
Es muss so schnell umgesetzt werden wie irgend möglich!
Es darf auf gar keinen Fall, nur bei diesen Kommentaren bleiben!!!
Wir müssen das Kritisierte, schnellst möglich in die Köpfe aller Beteiligten verpflanzen und es auf die Straße bringen.
Nur so ist uns gewiss, das diesen Fehler --nie-- wieder zu begehen.
Gehabt euch wohl, Gruß.
P.s.:
Deutsch unsere Sprache,
Sitte, Sinn und Art -
So war es und sei es stets gewahrt.
In Lieb und Treue unserm
Volk geweiht -
So waren wir und bleiben es allzeit.
Zum ewigen deutschen Geiste
voll Vertrauen:
So helfen wir Alldeutschlands
Zukunft bauen.
Felix Dahn
Diese Worte könnten kaum zutreffender sein.
Gruß
Lieselotte
19.02.10 um 02:52
antworten
@Gerd(30): Ich kann Dir sagen, wie diese Leute dazu kommen, sich bei uns einzureihen: Das sind zu einem großen Teil jene, die die BRD-Propaganda über rechtsextreme, gewalttätige Glatzköpfe in Bomberjacke und Springerstiefeln gefressen haben und sich eben damit identifizieren können/möchten, weil sie begründet durch ihre eigene minderwertige Natur zu nichts Höherem in der Lage sind.
Dann wundern sie sich vielleicht noch, wenn man Nachts anstatt "Ausländer zu verkloppen" durch die Straßen zieht um zu Plakatieren etc. :)
Es klingt vielleicht etwas überspitzt, aber solche Fälle gibt es nunmal. Aber um diese Leute sollte man sich weniger kümmern, denn sie fallen irgendwann von allein hinten runter - und das ist auch gut so.
Heiko
19.02.10 um 07:31
antworten
@Gerd(30): Wenn diese Gestalten für die allgemeine Sprache nicht empfänglich sind, was spricht dann dagegen, die Kommunikation auf eine andere Ebene zu verlagern? Eine Ebene, die solche Nichtsnutze so oder so besser verstehen können als alles andere.
Wir gefährden die Wirksamkeit unseres Widerstandes, wenn wir es nicht schaffen sollten, diese Menschen von unserer Sache fernzuhalten. Schon allein das, rechtfertigt jedes Mittel.
willi
19.02.10 um 14:03
antworten
@Heiko(32): Das kann doch nicht dein Ernst sein?! Du willst also tatsächlich Menschen mit Gewalt von unserer Sache "fernhalten".
Natürlich gebe ich dir Recht, dass man solche Personen ersteinmal bei Demos sofort ausschließen sollte, aber auf lange Sicht müssen wir doch versuchen, jeden der sich mit unserer Sache auf irgend eine Art identifiziert, zu integrieren und dahingehend zu schulen und zu erziehen, dass er unsere Weltanschauung auch sachgemäß vertreten und nach ihr leben kann. Wir wollen doch nicht zu einer Sekte werden, die sich von unpassenden Elementen abschottet, sondern wir müssen versuchen die Menschen dahingehend zu überzeugen, dass sie auf dem Holzweg sind und besonders durch eigenes Vorleben, Vorträge, Fahrten, Lager und Schulungen zu solchen Menschen erziehen, wie wir sie uns vorstellen.
Wut
19.02.10 um 14:39
antworten
Ich hab mir das ganze hier jetzt eine Weile mit angesehen und Willi, du sprichst mir da aus der Seele. Es kann doch nicht sein, dass hier jeder, so wie in einigen Beiträgen formuliert, Aufgrund von Äusserlichkeiten oder Lebensweise von vorn herein ausgeschlossen werden soll - jetzt auch noch mit Gewalt. Dann können ja die paar, ich glaub hier ist von 10 % immer mal die Rede, gleich einpacken, denn einen Revolution macht man selten nur mit einer elitären oder sich elitär fühlenden kleinen, feinen Gesellschaft, sondern immer noch mit Massen, auch wenn diese auf einer Demo natürlich nicht so gut erscheinen. Aber ich habe in der Presse auch kaum Bilder oder Filmbeiträge gesehen, bei denen viel von der Demonstration gezeigt wurde. Es waren immer die Gegendemonstrationen und auch ein paar brennende Barikaden zu sehen, da fällt unser Erscheinungsbild nach außen nicht so ins Gewicht, denke ich. Sicher ist aber auch, dass sich an dem immer gleichen Verhalten der Veranstalter etwas ändern muß, aber das ist hier ja schon besprochen worden!
Es könnte auch gut sein, dass ich in dieses recht oberflächliche Selektionsraster falle, obwohl ich sicher nicht geistig minder bemittelt oder politisch und geschichtlich uninformiert bin!
Nur mal so als Ansatz!
Lieselotte
19.02.10 um 15:19
antworten
@willi(33):
Wir reden hier aber nicht von den "normalen" umerzogenen Menschen, sondern von sozialen und geistigen Randgruppen - von Menschen, die gar nicht in der Lage sind, nach unserer Weltanschauung zu leben, weil deren Instinkte so verkümmert, manipuliert und verfälscht sind, dass sie nur in der untersten Schublade existieren können. Wir sind doch kein Sammelbecken für gescheiterte Existenzen! Man kann Menschen nur im Rahmen ihrer Fähigkeiten schulen etc. und wenn da nix ist, kann man es lassen.
Werner
19.02.10 um 15:26
antworten
@willi(33): Manchmal identifizieren sie sich aber eben nicht "mit unserer Sache", sondern mit irgendwas Ekelhaftem, was sie aus den Medien kennen.
Und nochwas... Menschen zu "unserer Weltanschauung" zu erziehen, klappt vielleicht eines Tages mit den Schulen, Medien etc. in der eigenen Hand - heute kann aber nur "unsere Weltanschauung" leben, wer sie eben auch teilt. Das ist keine Frage des "Erklärens", sondern eine Frage des "Sehens und Begreifens", und hier sind nunmal viele Menschen schlicht zu weit von dem entfernt, was unsere Weltanschauung ausmacht. Die können dann aber auch bei allerbestem Willen keine Propaganda für sie betreiben.
Uwe
21.02.10 um 10:49
antworten
Ich warne vor unangemeldeten Demonstrationen. Denkt dabei bitte an den Lissabonvertrag. Die Polizei darf bei unangemeldeten Versammlungen, die das herrschende System verändern wollen, von der Waffe gebrauch machen@willi(4):
bek@nnt.com
24.03.10 um 08:46
antworten
1921-23
Band 2 Kapitel 7
Diese Zeit zwang uns, den Schutz unserer Versammlun- gen selbst in die Hand zu nehmen; auf den behördlichen Schutz kann man nie rechnen; im Gegenteil, er kommt er-fahrungsgemäß immer nur den Störern zugute. Denn der einzige tatsächliche Erfolg eines behördlichen Eingreifens, und zwar durch Polizei, war höchstens die Auflösung der Versammlung, also ihre Schließung. Und das war ja auch einzig das Ziel und die Absicht der gegnerischen Störer.
Überhaupt hat sich hier bei der Polizei eine Praxis her-ausgebildet, die das Ungeheuerlichste an Rechtswidrigkeit darstellt, das man sich vorstellen kann. Wenn nämlich durch irgendwelche Drohungen der Behörde bekannt wird, daß die Gefahr einer Versammlungssprengung besteht, dann verhaftet diese nicht die Droher, sondern verbietet den anderen, Unschuldigen, die Versammlung, auf welche Weis-heit sich ein normaler Polizeigeist noch kolossal viel ein-bildet. Sie nennen es eine „vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung einer Gesetzwidrigkeit“.
Der entschlossene Bandit hat es also jederzeit in der Hand, dem anständigen Menschen seine politische Tätigkeit und Betätigung unmöglich zu machen. Im Namen der Ruhe und Ordnung beugt sich die Staatsautorität vor dem Ban-diten und ersucht den anderen, diesen gefälligst nicht zu provozieren. Wenn also Nationalsozialisten an gewissen Stellen Versammlungen abhalten wollten und die Gewerk-schaften erklärten, daß dies zu einem Widerstand seitens ihrer Mitglieder führen würde, dann setzte die Polizei bei-leibe nicht die erpresserischen Burschen hinter Schloß und Riegel, sondern verbot uns die Versammlung.