
Schwache Führer bedeuten schwache Staaten. "Die Stärke der Staaten beruht auf den großen Männern, die ihnen zur rechten Stunde geboren werden." (Friedrich der Große). Auch Jakob Burckhardt neigt dem zu: "Sprichwörtlich heißt es: 'Kein Mensch ist unersetzlich.' – aber die wenigen, die es eben doch sind, sind groß."
Das Wesen einer großen Persönlichkeit ist es, dass ihr die geniale Kraft gegeben wurde, mit einer geradezu instinkthaften Sicherheit ein Werk zu schaffen, wie es die geschichtliche Situation erfordert, und zu dem aufgrund seiner Anlagen kein anderer berufen ist, als gerade dieser vom Schicksal Auserwählte. Das ist dann die Stunde der die Zeit erfüllenden politischen Tat des großen Staatsmannes, der einmalige Wurf eines die Welt umformenden Gedankens in Wissenschaft oder Religion oder einer sie erschütternden oder mitreißenden Dichtung, der Sieg in einer entscheidenden Schlacht. Das ist dann die schöpferische Stunde einer großen wissenschaftlichen Erkenntnis oder Entdeckung, die die Erfahrungen, Leistungen und Wünsche ganzer Generationen auswertet und vollendet.
Die Größe eines Volkes wird bestimmt durch die zahlen- und wertmäßige Größe der in ihm schlummernden Führungskräfte, der in ihm ruhenden großen Anlagen, aus denen das Schicksal die Höchstberufenen auslost, auswählt, deren Namen dann durch die Geschichte leuchten. Nach der Gaußschen Verteilungskurve gibt es aber in einem Volke desto mehr große Menschen, je höher der Durchschnitt liegt. "Die großen Persönlichkeiten sind die Verkörperungen, sind die Sichtbarmachung des Wesens einer Gemeinschaft. In ihnen erhält sich der Charakter ihres Volkstums, ihrer Zeit, ihrer Kulturstufe" (Gerhard Krüger).
Aus den breiten Grundschichten, gebildet von der Tüchtigkeit der namenlosen Millionen, aus der unendlich reichen Fülle dieser Erbanlagen, die den eigentlichen Reichtum unseres Volkes und unserer Art ausmachen, wachsen die großen Einzelnen empor, erhebt sich schließlich das Genie, ein Kind seiner Zeit und doch anders als sie, hinausgewachsen über sie und immer wieder in sie hineinstrahlend. Sie sind damit auch leuchtendes Vorbild für die Zukunft, auch dann, wenn sie – wie fast immer – nicht vollkommen sind, sondern auch ihre kleinen Fehler und Schwächen haben.
Und nicht nur hinsichtlich der allgemeinen Begabungshöhe und der herausragenden Spitze hängen Durchschnitt und Führungspersönlichkeit zusammen, sondern auch bei ihrem Zusammenwirken für das gemeinsame Werk, wie Friedrich Rückert vor Augen stellt: "Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken, mag auch, wer's Ganze sieht, dich nicht darin bemerken. Das Ganze wirkt, und du bist drin mit deinen Werken." Das Ausströmen von Kraft in die Gemeinschaft und Rückstrom der Kraft auf den Einzelnen finden wir im Idealfall. Dazu gehört einmal, dass der Führer innerlich für das einsteht, was er sagt: "Mit einem Herren steht es gut, der, was er befohlen, selber tut." (Goethe). Man muss vom Grundsätzlichen her bereit sein, dasselbe zu tun, was man dem Geführten befiehlt. Falls die Geführten das Gefühl haben, es wird Unmögliches verlangt, kann dem Resignation, Aufbegehren und Autoritätsverlust des Führers folgen. Wenn der Führer selbst der Meinung ist, eine Aufgabe sei undurchführbar, darf er sie nicht befehlen. "Große Leistungen in Krieg und Frieden entstehen nur in unerschütterlicher Kampfgemeinschaft von Führer und Truppe", so hieß es in den "Pflichten des deutschen Soldaten" im 2. Weltkrieg.
Damit ist die Kameradschaft angesprochen, die innerhalb einer Einheit gegeben sein muss, wenn sie Erfolg haben will. Die Kameradschaft ist besonders in Not und Gefahr einer Kampfgemeinschaft unentbehrlich. Im Frieden zeigt sie sich bei Kameraden einer Bergsteigergruppe in Bergnot, bei Knappheit von Essen im Teilen, beim Löschzug einer Feuerwehr in einem brennenden Haus, im Kriege beim Retten des verwundeten Kameraden unter Einsatz des eigenen Lebens aus der Feuerlinie. Das gegenseitige seelische Stützen gehört dazu. Auch der Führer muss vorbildlicher Kamerad sein und sich ebenso unbedingt für sein Gefolge einsetzen, wie es das Gefolge für ihn tut. Dabei ist Kameradschaft nicht mit Verbrüderung zu verwechseln. Kameradschaft verbietet auch, aus Sympathie für einige aus der Gefolgschaft anderen gegenüber ungerecht zu sein.
Selbstbeherrschung in Notlagen, Herausreißen aus Verzweiflung in schwierigen Situationen, das kennzeichnet den wahren Führer. Da neben Gleichmut auch Verschwiegenheit zu den vom Führer benötigten Eigenschaften gehören, finden sich solche ebenso unter den stillen und charakterlich Tüchtigen (vielleicht sogar noch eher als unter den auf Anhieb Auffälligen, wie das Beispiel Moltke zeigt). Bei der Führerauswahl ist auf folgenden Grundsatz aus den "Pflichten des deutschen Soldaten" zu achten: "Gehorsam ist die Grundlage der Wehrmacht, Vertrauen die Grundlage des Gehorsams. Soldatisches Führertum beruht auf Verantwortungsfreude, überlegenem Können und unermüdlicher Fürsorge."
Dementsprechend hieß es in der "Ausbildungsvorschrift für die Infanterie" in der Wehrmacht: "Führer ist, wer durch Können, Haltung und Gesinnung die Truppe zur Gefolgschaft zwingt. Der Führer muss mit seiner Mannschaft leben, mit ihr Gefahren und Entbehrungen, Freud und Leid teilen. Er muss den Weg zum Herzen seiner Untergebenen finden, ihr Vertrauen durch Verständnis für ihr Fühlen und Denken sowie durch nie rastende Fürsorge erwecken. Wer das Vertrauen seiner Truppe besitzt, wem das Herz seiner Leute entgegenschlägt, der kann auch unerbittlich hart in seinen Forderungen sein."
Rangordnung gibt es nicht erst bei Menschen, sondern z. B. schon auf dem Hühnerhof bei den Hennen, und so auch bei vielen in Gruppen lebenden Säugetieren. Der Grund hierfür ist, dass durch eine Rangordnung Streitigkeiten und Auseinandersetzungen um Kleinigkeiten vermieden werden; in Frage gestellt wird der Rang eines Höheren nur im Abstand von jeweils einigen Monaten, sodass es keine ständigen Streitigkeiten gibt, die zum Zerfall der ganzen Gruppe und Unaufmerksamkeit gegenüber Fressfeinden führen müssten. Ferner lernen die Lebewesen nur von Ranghöheren, sodass dadurch Erfahrungen weitergegeben werden können. Die ganze Gruppe hat mit Rücksicht darauf bessere Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber anderen Gruppen.
Auch wir bejahen deshalb die Rangordnung. Am Vorbild einer Persönlichkeit, der Persönlichkeit des Führers, wächst die Persönlichkeit des Gefolgsmannes, wenn jener diesen richtig behandelt. Gegen die lebensfeindliche Gleichmacherei setzen wir die Anerkennung der Verschiedenheit. Da jeder Mensch dem anderen ungleich ist (selbst eineiige Zwillinge sind – wenn auch geringfügig – unterschiedlich), sind deshalb auch Menschen besser oder schlechter zum Führen geeignet, und wir unterstellen uns in dieser Küre der Leitung durch einen besseren Führer.
Führer sein, ist nicht nur ein Vorrecht, es ist auch eine Vorpflicht. Führer sein heißt, die Verantwortung für die Geführten tragen. Diese Verantwortung lastet besonders im Kriege schwer, wenn jeder Befehl das Leben von Untergebenen kosten kann.
Immerhin leidet die FDP nicht unter mangelndem Selbstvertrauen – aber genau das ist ja auch das Erfolgsgeheimnis jedes Hochstaplers. Von diesen Hochstaplern ist übrigens bekannt, dass sie ihre Lügengeschichten so gut ausgebaut und so oft erzählt haben, dass sie am Ende sogar selbst fest daran glauben!
Zumindest glaubt der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther nun fest daran, dass der Rückhalt von 2 bis 3 Prozent der Wähler, den seine Partei in aktuellen Umfragen nur noch hat, nicht dem Mangel an echten Persönlichkeiten und der eigenen Ideenlosigkeit geschuldet ist, sondern den Medien. Die würden die FDP etwa bei der Finanztransaktionssteuer oder der Vorratsdatenspeicherung falsch darstellen und - haltet euch fest - "immer mehr zur 1. Gewalt im Staate" werden. Die alten Ideen seien alle richtig gewesen, der Fehler liege wohl lediglich darin, dass diese durch die Medien den Menschen nicht richtig erklärt und verständlich gemacht worden seien.
Darum ruft er nun dazu auf, die Zeitungen abzubestellen und die Radio- und Fernsehsender nicht mehr einzuschalten, um den "Kampagnen-Wahnsinn" zu stoppen. Davon mal abgesehen, dass dieser verzweifelte Vorschlag in etwa dem Realitätssinn entspricht, den die FDP bereits während ihrer gesamten Regierungszeit offenbart, dürfte er am Ende auch noch zum Verlust der verbliebenen Restwähler führen. Denn jeder weiß doch, dass es in diesem Staat schon seit vielen Jahrzehnten weniger darauf ankommt, wirklich etwas zu können, als vielmehr darauf, den Wählern erfolgreich die zahlreichen Versprechungen glaubhaft zu machen. Und dazu braucht die FDP die Medien dringend, denn allein mit den eigenen Mitteln scheint das "unerlässliche sympathische Image" nicht so recht anzukommen.

Wie uns ein Vögelchen gezwitschert hat, wird am kommenden Sonnabend in Mitteldeutschland der lang ersehnte Maskenball des Widerstands stattfinden. Das heißt für euch, Tanzschuhe und Masken einpacken und auf eine tolle Nacht freuen. Wie wir bereits erfahren haben, hat sich auch ein besonderer Überraschungsgast angekündigt. Wann und wo es genau losgeht, erfahrt ihr wie üblich beim gut informierten Aktivisten eures Vertrauens.

Dass es in der BRD bereits genügt, mit seinem KFZ in der Nähe einer - sich gegen die fatale Bevölkerungspolitik der Demokraten richtenden - Demonstration oppositioneller Jugendlicher gesichtet zu werden, um plötzlich früh um 6 Uhr unerwarteten Besuch des LKA zu empfangen, wurde durch die Ereignisse der letzten Woche hinreichend veranschaulicht.
Dass allerdings auch schon ein ungeprüfter Zeugenhinweis mit vermeintlich belastenden Inhalten ein massives Aufgebot der Staatsmacht auf den Plan rufen kann, davon durfte sich im Juli letzten Jahres eine vierköpfige Familie aus Wedemark bei Hannover überzeugen. Andreas W., ein 56 jähriger Familienvater, geriet in Verdacht, aktiven Handel mit Kriegswaffen und Drogen zu betreiben, was ihm und seiner Familie die "Ehre" einer Hausdurchsuchung durch ein Spezialeinsatzkommando der niedersächsischen Polizei verschaffte.
Stein des Anstoßes war die Aussage eines Bekannten von Andreas W., welcher seinen ehemaligen Arbeitgeber bei der Polizei denunzierte. Dieser hätte vorgehabt, sich eine Maschinenpistole zu beschaffen. Andreas W. – in seiner Freizeit Sportschütze - sollte laut Aussage die Waffe besorgen. Der besagte Zeuge wurde kurz vor seinem Herantreten an die Polizei von dem durch ihn belasteten Arbeitgeber entlassen – eine falsche Belastung aus Rache hätte zumindest geprüft werden können. Stattdessen wurde durchsucht. Dabei gingen die Beamten in bester Profimanier vor – ein Platz in den Top 5 unserer Professionalitäts-Hitliste haben sie sich redlich verdient.
Gehört es mittlerweile zur Normalität, dass die mit einer Hausdurchsuchung beauftragten Beamten lautstark an der Tür auf sich aufmerksam machen, damit auch wirklich alle Nachbarn über die verbrecherischen Machenschaften des zu Durchsuchenden mutmaßen können, griff man im Falle der Familie W. vorsorglich auf einen Hubschrauber zurück, der während des Einsatzes über dem Haus kreiste und das Gebäude beleuchtete. Nachdem die 25 (!) Mann starke SEK-Einheit die Tür des Hauses eingetreten hat, konnte man auf lautstarkes Klopfen an dieser auch verzichten.
Aufgeschreckt durch den Lärm lief Andreas W. nach eigenen Angaben in den Flur und wurde dort vor den Augen seiner Frau und seines jüngsten Kindes – zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alt – niedergestreckt. Wer schon einmal in den „Genuss“ eines solchen Einsatzes gekommen ist, weiß, welch ein feinfühliges Vorgehen die Profis hinter den schwarzen Masken in aller Regel an den Tag legen. Sicherlich ein Bild, welches Frau und Kind noch eine Weile mit sich herumtragen werden.
Feinfühlig auch die Antwort auf die Frage des vierjährigen Sohnes im späteren Verlauf der Durchsuchung, wo denn der Familienhund „Carlo“ abgeblieben sei. Den habe man zu Beginn des Einsatzes erschossen, so einer der Profis zu dem Kind. Es stellte sich heraus, dass der Beamte nicht gelogen hatte. Ob die Profis aus Niedersachsen beim Hunde erschießen ebenso professionell vorgehen, wie ihre Kollegen aus Berlin, entzieht sich jedoch unserer Kenntnis.
Bei der Durchsuchung konnten weder Waffen noch Drogen gefunden werden. Sigrid Leuschner, SPD-Abgeordnete im niedersächsischen Landtag und Mitglied im Innenausschuss, hat an dem Vorgehen der Profis allerdings nichts auszusetzen.
"Wenn nur der geringste Verdacht besteht, dass jemand mit verbotenen Waffen zu tun hat, muss die Polizei konsequent handeln."
Ein Hubschraubereinsatz, die Stürmung eines Hauses durch eine 25-köpfige SEK-Einheit, ein erschossener Familienhund, ein durch den Einsatz in der Nachbarschaft kriminalisierter Familienvater, ein von Albträumen geplagtes Kind und eine sich mittlerweile in psychologischer Behandlung befindende Ehefrau. Alles ausgelöst aufgrund eines einzelnen Zeugenhinweises, welcher durch nachhaltige Ermittlungsarbeit womöglich schon im Vorfeld hätte entkräftet werden können, hätte man lediglich das persönliche Verhältnis des Zeugen zu seinem durch ihn belasteten ehemaligen Arbeitgeber betrachtet.
Scheinbar teilen Leuschners Gespür für die Notwendigkeit solch eines "konsequenten Handelns" allerdings nicht alle Demokraten im niedersächsischen Landtag. Die Grünenpolitikerin Meta Janssen-Kucz kündigte zumindest eine Anfrage zu den Vorgängen an. Janssen-Kucz wörtlich:
"Die Sache muss aufgeklärt werden. In den vergangenen Monaten ist es in Niedersachsen wiederholt zu SEK-Einsätzen gekommen, die offenbar nicht gerechtfertigt waren."
Ein Gefühl im Bauch sagt uns, dass man von den Profis aus Niedersachsen bestimmt noch das eine oder andere Mal hören wird. Man darf gespannt sein...

Mit einer fast schon peinlich wirkenden medialen Inszenierung in den bundesdeutschen Medien haben die Vorwahlen in den USA begonnen. Aus ihnen wird der republikanische Präsidentschaftskandidat hervorgehen, der im November des Jahres gegen Friedensnobelpreisträger Obama kandidiert. Als bisheriger Favorit gilt der ehemalige Chef der Investmentfirma Bain Capital, Mitt Romney, der gerade in Schwierigkeiten steckt.
In einer TV-Debatte war er am Montag der Frage ausgewichen, ob er seine Steuereinlagen öffentlich machen werde. Nachdem der Druck zu groß wurde, räumte er gegenüber den Medien ein, dass er nur rund 15 Prozent Einkommenssteuer zahle. Wie viele andere Millionäre in den USA profitiert der Ex-Gouverneur von Massachusetts von den unter Bush eingeführten Steuervergünstigungen: Während Kapitaleinkünfte in den USA nur mit 15 Prozent besteuert werden, liegt die Steuer auf Lohneinkommen bei bis zu 35 Prozent.
Damit entbrannte eine Welle der Empörung, bei der jedoch ausgeblendet wird, dass Romney ohne seine Millionen überhaupt keine Siegeschancen hätte - denn ohne Geld geht im amerikanischen Wahlkampf nichts. Nur wer mit einer gut gefüllten Wahlkampfkasse in die "demokratische Schlacht" zieht, hat Aussicht auf Erfolg. Und so kann natürlich auch nicht mehr von einer "demokratischen Mehrheitsentscheidung" die Rede sein, es sei denn, man meint damit, dass derjenige die Wahl gewinnt, der mehr Geld und finanzkräftige "Sponsoren" hat.
Ist also die Demokratie gleichzusetzen mit einer Plutokratie? Das ist eine Staatsform, bei der die Partei herrscht, die mehr Geld hat. Hören wir dazu einmal den Sozialdemokraten und ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt auf einer Tagung der Stiftung "Theodor-Heuss-Preis" und des "politischen Clubs" der Evangelischen Akademie Tutzing aus dem Jahre 1978:
Es war ein großer Fehler in der Nachkriegszeit, ein Fehler der "Reeducation", dass die Deutschen schließlich geglaubt haben, die Demokratie sei etwas schlechthin Ideales. Das ist sie auf keinen Fall. Die Demokratie ist mit unsäglichen Geburtsfehlern behaftet, die unbehebbar sind. Zum Beispiel mit dem Geburtsfehler, dass nicht derjenige recht kriegt, der recht hat, sondern derjenige recht kriegt und Recht setzen kann, der die Mehrheit hat.
Mit "Reeducation" ist das amerikanische Umerziehungsprogramm gemeint, dessen Methoden bis heute erfolgreich angewandt werden. Nebenbei bemerkt erscheint in diesem Lichte das Geschrei der Demokraten um das Bildungschaos und die Forderungen nach einer "Elite" und mehr "Leistungsbereitschaft" um so heuchlerischer, weil diese Erscheinungen ja beabsichtigte Ziele der Umerziehungsprogramme waren!
Und - wie wir jetzt hören - mit Wissen und Zustimmung der Sozis! Denn Helmut Schmidt benannte einen Fehler der "Reeducation". Dabei ist insgesamt die manipulative Umerziehung eines ganzen Volkes ein Verbrechen - zuletzt mit der dramatischen und logischen Folge, dass das von sich selbst entfremdete deutsche Volk heute vom Aussterben bedroht ist.
Aber auch in anderer Hinsicht hat Helmut Schmidt nicht weiter gedacht: Denn die Mehrheit hat der, der die Werbetrommel am lautesten rührt - und wenn man die Wahlaussagen der demokratischen Parteien beleuchtet, wird schnell klar, dass werbetechnische Erwägungen heute wichtiger sind als der Gehalt einer politischen Idee.
So kann auch von "Mehrheitsentscheidungen des Volkes" im "freiesten Staat, den es jemals auf deutschem Boden gab", keine Rede sein. Aber auch die ewige Forderung nach "mehr Demokratie" ist selbstverständlich keine Lösung, denn schon Friedrich Nietzsche erkannte in seiner Schrift "Pfeile. Gedanken über und gegen die deutsche Seele.":
Die europäische Demokratie ist zum kleinsten Teil eine Entfesselung von Kräften. Vor allem ist sie eine Entfesselung von Faulheiten, von Müdigkeiten, von Schwächen.
So liegt in diesem System auch der Keim des Verderbens und Paul de Lagarde folgerte:
Wem es nicht ein Genuss ist, einer Minderheit anzugehören, welche die Wahrheit verficht und für die Wahrheit leidet, der verdient nie zu siegen. Deutschland ist moralisch feige geworden, seit man der Majorität zu folgen zum Staatsprinzip gemacht hat.
Die "moralische Feigheit" macht vor der Geldherrschaft schlapp und die sich pestartig ausbreitende Erscheinung der Korruption in der "Gesellschaft" der Gegenwart ist nicht Zufall, sondern Ergebnis der Folgerungen, die aus den Worten von Friedrich Nietzsche und Paul de Lagarde gezogen werden müssen. Jedenfalls dann, wenn man zu den Wenigen gehört, die noch frei denken können. Und wer es noch nicht weiß – das ist in einer Demokratie nicht erwünscht.

Auf der Enthüllungsplattform "Public Intelligence" ist ein Forschungsbericht (PDF) über "Recht und Praxis der anlassbezogenen automatischen Kennzeichenfahndung, Verkehrsdatenabfrage und Mobilfunkortung zur Gefahrenabwehr in Brandenburg" aufgetaucht, der Einblicke in die Praxis des umstrittenen Kfz-Massenabgleichs gewährt. Ihm angehängt ist ein Brief des brandenburgischen Innenministeriums, der den Polizeibehörden erklärt, wie die Paragrafen zur "Datenerhebung durch Eingriffe in die Telekommunikation" und zur "anlassbezogenen automatischen Kennzeichenfahndung" auszulegen seien.
Dem Bericht zufolge kommen in Brandenburg derzeit fünf stationäre und drei mobile Geräte zum massenhaften Abgleich von Kfz-Kennzeichen zum Einsatz, wobei in 98 Prozent der Fälle die stationären Geräte aktiviert werden. Das System ermöglicht es, von jedem vorbeifahrenden Fahrzeug das Kennzeichen, das Ausstellungsland des Kennzeichens, den Standort und den Zeitpunkt zu erfassen und in Echtzeit an einen zentralen Server zu übermitteln.
Während die Genossen der rot-roten Landesregierung angeben, die Polizei mache von der Befugnis nur "zurückhaltend" oder "maßvoll" Gebrauch, zeichnet der Bericht ein anderes Bild: Wurde das System im Jahre 2009 noch 545 mal eingesetzt, rasterten Brandenburgs Polizeibehörden im Jahr 2010 schon 2479 mal den Fahrzeugverkehr. Inzwischen gebe es "praktisch keine völlig überwachungsfreien Tage mehr".
Obwohl das Gesetz zum Kfz-Massenabgleich eine Anwendung der Maßnahme nur in bestimmten Fällen - beispielsweise zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben - erlaubt, setzt die Polizei die Rasterfahndung neben der Suche nach gestohlenen Fahrzeugen auch zur sogenannten "Gefahrenabwehr" ein. Dabei wird jedoch keineswegs gezielt nach einer Person gesucht, die man festnehmen will, sondern allgemein versucht, über den Einsatz der Technik Erkenntnisse über sogenannte "Risikogruppen" zu gewinnen.
Wenn ihr euch also wundert, warum die Polizei ausgerechnet bei euch morgens um 6 Uhr in die Wohnung stürmt und damit beginnt, eure Schränke zu durchwühlen, dann könnte das auch damit zusammenhängen, dass euer Kfz-Kennzeichen bei einer rechtlich höchst fragwürdigen Maßnahme zufällig in der Nähe einer stattgefundenen Demonstration gescannt wurde.
Das LKA und die Staatsanwaltschaft Dresden sprachen von einer "erfolgreichen Maßnahme im Kampf gegen rechte Aktionsformen" und präsentierten am vergangenen Freitag ihre bei den umstrittenen Durchsuchungen von 44 Wohnungen beschlagnahmten Gegenstände. Das herausragende Ergebnis: über 250 Fackeln und sogar ein paar weiße Masken!
Wie Spiegel-Online berichtet, entsprächen die Gegenstände denen, die bei der Demonstration gegen die fatale Bevölkerungspolitik der Demokraten in Stolpen verwendet wurden. Damit auch die letzten Zweifel ausgeräumt werden können, fordern wir euch auf, bei den Ermittlungen zu helfen. Dazu haben wir drei Vergleichsfotos von Fackeln zur Verfügung gestellt, von denen eins tatsächlich aus Stolpen stammt. Der, dem es zuerst gelingt, das richtige Foto zu benennen, bekommt von uns die Sammeledition von "Fackeln im Sturm" (8 DVDs) zugesendet.

Ganz so überzeugt vom Erfolg der Durchsuchungswelle scheint bislang jedoch noch nicht jeder zu sein. Während Genossin Köditz, die für die Linke im sächsischen Landtag sitzt und Mitglied des Innenausschusses sowie des Parlamentarischen Kontrollgremiums ist, kritisiert, dass dies nun die Erfolgsmeldung sei, "die sie uns unbedingt verkaufen wollten", scheint das Ergebnis auch für die Nachrichtenredaktion des Inforadios ernüchternd zu sein.
Das dürfte mittlerweile auch Sachsens Innenminister Ulbig so sehen. Hatte er noch am Tag der Durchsuchungen gehofft, dem geplanten Stellenabbau der Polizei durch Änderungen der Polizeireform entgegen wirken zu können, indem er die Verfolgung des Widerstands instrumentalisiert ("Die Beamten würden im Kampf gegen Rechtsextremismus gebraucht."), erteilte ihm Finanzminister Unland am Montage eine Absage: Eine Diskussion über mehr Stellen werde es nicht geben, da sonst auch andere Minister Forderungen erheben würden - und Geld fehlt den Demokraten bekanntlich an allen Stellen. Immerhin, einen Versuch war es wert, da müssen die 41 von den Durchsuchungen Betroffenen eben auch mal schwerwiegende Grundrechtseingriffe in Kauf nehmen...
Wir halten es durchaus für möglich, dass ein Leser auf den Gedanken kommt, die in einem Tagebucheintrag aus dem Jahre 1988 beschriebene Erlebnisse von Freya Klier, mit denen, einer nicht ganz so weit zurückligenden Zeit zu verwechseln.
Ein lautes Geräusch, ich schrecke aus dem Schlaf. Bin für Sekunden wie benommen, habe keinerlei Gegenwartsbezug. Als es noch einmal laut an der Wohnung klopft, springe ich hoch: Das sind sie! Draußen ist es stockdunkel, beim dritten Mal donnert es an die Tür. Mein Kopf, während ich hinausstolpere, gleicht einer Sirene. Ich öffne und habe eine Klappkarte vor dem Gesicht: "Ziehen sie sich an, sie sind verhaftet!"
"Ich weiß", murmel ich. Meine Antwort verblüfft den Stasi-Chef. Sie gehen sofort zur Hausdurchsuchung über und verteilen sich auf die Zimmer. Ich sehe, wie sie die Spendengelder einpacken.
"Ihre Tochter soll sich anziehen. Sie wird einem Arzt vorgestellt und dann in ein Kinderheim eingewiesen." Panisch verweise ich auf einen Bekannten. Er hat eine ordentliche Vollmacht, meine Tochter soll sofort zu ihm gebracht werden. Das mit dem Kinderheim ist wieder so eine Schikane.
Der Stasi-Chef fragt mich, ob es noch jemand anderen gäbe, der eine Vollmacht hat. Ja, meine Freundin, aber die hat selbst zwei Kinder, die möchte ich nur im äußersten Notfall belasten. Ich poche noch einmal darauf, dass meine Tochter zu meinen Bekannten kommt.
Ich bin völlig taub, mein einziges Gefühl ist die Angst, mein Kind wecken zu müssen. Zitternd schiebe ich diesen entsetzlichen Moment auf und gehe ins Bad. Sofort heftet sich diese widerliche Frau von der letzten Hausdurchsuchung an mich. Während ich auf dem Klo sitze, betrachtet sie sich im Spiegel.
Sie fordern mich erneut auf, meine Tochter zu wecken. Ich herrsche den Beamten an, dass ich das schon nicht vergessen würde, und hole meine Knast-Kleidung aus dem Schrank: Einen langen Rock, um mein Selbstbewusstsein hochzuhalten, und ein Pullover, von meinem Mann.
Ich werde wieder aufgefordert. Jetzt ist es unaufschiebbar. Ich bitte die Stasi-Beamtin, mich für einen Moment mit meiner Tochter allein zu lassen. Die Bitte wird abgelehnt. Ich wecke sie, so zärtlich es mir möglich ist. Lange braucht sie, um überhaupt zu begreifen, worum es geht, dann schmiegt sie sich wortlos an mich und weint. Ich weine mit, streichle sie verzweifelt und küsse sie - flüstere, dass sie nicht ins Heim muss, sondern nur zum Arzt und dann gleich zu einem Freund kann. Dass Oma sie bald besuchen kommt und dass ich sie sehr liebe. Diese Stunde ist eine der trostlosesten meines Lebens.
Im hellen Lada, zwischen den Organen durch den morgendlichen Berufsverkehr, errichte ich ein Gitter um mich. In der Effektenkammer das altbekannte Spiel: Alles ausziehen, alles abgeben, sich überall betrachten lassen. Demütigungen, die wohl noch das Jahrhundert überdauern werden.
Freya Klier, eine führende DDR-Bürgerrechtlerin, Theaterregisseurin, Autorin und Filmemacherin, wurde 1988 mit ihrem Mann Stephan Krawczyk verhaftet und aus der DDR ausgebürgert. Im selben Jahr erschien ihr Buch "Abreiß-Kalender – ein deutsch-deutsches Tagebuch" und 1990 "Lüge Vaterland. Erziehung in der DDR".

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