
Das Recht einer Frau, sich für ihre individuelle Freiheit, für ihre Karriere und für ihre allumfassende Unabhängigkeit entscheiden zu dürfen, klingt gut. Selbst jenen, die sich nicht als überzeugte Verfechter des demokratischen Systems bezeichnen würden, fällt es schwer, dem vorherrschenden gesellschaftlichen Frauenbild etwas Schlechtes abzugewinnen. Zu verlockend erscheinen die Vorzüge unbedingter Gleichstellung und Selbstbestimmung und zu gern hat man sich daran gewöhnt, nur für kurze Lebensabschnitte zu planen und stets den von den Demokraten geweckten Lüsten und Bedürfnissen zu entsprechen. Den meisten gelernten BRD-Bürgern erscheint es unmöglich, jenes Selbstverständnis zu begreifen, welches den Lebenssinn in der Fortentwicklung des eigenen Volkes und nicht in notorischer Ichsucht ausmacht. Wer nunmehr aus diesem Selbstverständnis selbstbestimmt lebte, gilt in den Augen der Demokraten als bemitleidenswert unterdrückt.
Besonders gravierende Auswüchse der Bestrebungen, einer solchen "Unterdrückung der Frau" entgegenzuwirken, liegen in den Debatten über die Abtreibung ungeborener Kinder. Die Ichsucht als Fundament demokratischen Verständnisses der "Selbstbestimmung" tritt hier so deutlich zutage, als man stets bestrebt ist, das Augenmerk auf die Gefühle und Ängste jener Frauen zu richten, die infolge demokratischer Erziehung ein Kind zum bloßen Hemmschuh ihrer über allem stehenden individuellen Freiheit degradieren. Folglich sind sich viele Menschen darüber einig, dass es sich bei der Abtreibung um eine moralische, ethische und rein subjektive Frage handelt, die jeder für sich selbst entscheiden kann. Und sicherlich ist es wahr, dass die Entscheidung zur Abtreibung in einem moralischen Kontext zu betrachten ist und auch aus diesem heraus getroffen werden sollte. Angesichts der großen Unwissenheit in der Bevölkerung über Grundlagen der Entwicklung menschlichen Lebens und gängige Abtreibungsmethoden bleibt jedoch die Frage offen, wie denn überhaupt irgendjemand fähig sein kann, die ethisch richtige Entscheidung zu treffen.
Neben der subjektiven Einschätzung gibt es eine ganze Reihe objektiver medizinischer Fakten, welche jedem bekannt sein müssen, bevor er oder sie sich leichtfertig für die Lockerung des Abtreibungsgesetzes oder sogar für die Abtreibung selbst entscheidet. Die Entscheidung, einen "undefinierten Zellklumpen" entfernen zu lassen, ist sicherlich leichter, als einen Zusammenschluss menschlicher Zellen, welche nur wenige Stunden nach der Befruchtung das Geschlecht, sämtliche Merkmale und Eigenschaften, Talente, usw. eines neuen, einmaligen und unverwechselbaren Menschen festlegen. Diesen Menschen hat es nie zuvor gegeben und wird es auch nie wieder geben!
Bereits in der 3. Woche haben sich die Zellen schon soweit differenziert, dass jede Zelle genau weiß, was sie werden soll und in welches Organ des Körpers sie gehört. Zwischen dem 16. und 19. Tag werden eigene Blutzellen, frühe Vorläufer des menschlichen Nervensystems, erste Blutgefäße und eine primitive Herzanlage gebildet. In der 3. Woche stellt der Embryo erste Blutkörperchen her und entwickelt mithilfe des Herzens einen primitiven Blutkreislauf. Er hat ein s-förmiges Herz, das bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft zu schlagen beginnt. In der 5. Woche können die Herztöne schon mit einem Elektro-Kardiogramm gehört werden. Die Arme und Beine sind bis jetzt noch recht kurz, Hände und Füße nehmen aber bereits konkrete Formen an.
Das ungeborene Kind befindet sich mittlerweile in der 7. Woche seines Lebens und die Grundlage des Sehens ist gelegt, der Gleichgewichtssinn im Ohr ist bereits vorhanden und mit einem Elektronenzephalogramm sind die Gehirnströme messbar. In der 8. Woche sind nun bereits alle Organe angelegt und müssen nur noch wachsen. Das Ungeborene hat seine eigenen unverwechselbaren Fingerabdrücke, die es sein ganzes Leben behalten wird. Es trinkt sogar schon das Fruchtwasser. In der 9. Woche versucht das mittlerweile voll ausgebildete Kleinstkind zu greifen und eine Faust zu machen, es kann den Kopf wegdrehen. Die Finger zeigen zarte Fingernägel. Hände, Arme und Beine werden bewegt. Angekommen in der 12. Woche arbeiten alle Organe. Das Ungeborene macht Atemübungen, schluckt, verdaut und uriniert. Es ist schon lernfähig und erlebt z. B. Lärm und schläft, wenn seine Mutter schläft. Auf dem Kopf wachsen die ersten Haare. Die Augenlider des Fötus schließen sich nun, eigentlich nur für ein paar wenige Monate, doch allein im Jahr 2009 durften innerhalb der BRD 110.694 kleine Menschen ihre Augen nie wieder öffnen, denn sie wurden auf grausame Art und Weise "abgetrieben".
Bei der sogenannten Absaugmethode wird durch den erweiterten Muttermund ein flexibler Plastikschlauch in die Gebärmutter eingeführt. Durch einen starken Sog wird das Kind mitsamt Plazenta (Mutterkuchen) in Stücke gerissen. Zuerst werden die Arme und Beine vom Körper getrennt, dann der Rumpf vom Kopf. Da der Kopf zu groß ist, um durch den Plastikschlauch zu passen, knackt ihn der Arzt mit Spezialinstrumenten wie eine Nuss und saugt die Bruchstücke einzeln ab. Oft kann man in diesem blutroten Brei noch winzige Ärmchen und Beinchen erkennen. Besonders verwerflich wird das Abtreiben ungeborener Kinder vor dem Hintergrund, dass die ungeborenen Babys durchaus in der Lage sind, Schmerzen und Panik zu empfinden, wenn ihr Leben bedroht wird. Ihnen werden also bei lebendigem Leib Arme und Beine ausgerissen. Eine solche Tortur würde man nicht einmal Tieren zumuten.
Unser Denken und Handeln in dieser brisanten Frage darf nicht allein abhängig sein von der Entscheidung eines BRD-Politikers in den 70er Jahren, der sich anmaßte, allein zu wissen, wann menschliches Leben beginne und wann es noch nicht lebenswert sei. Gesetze werden von Menschen geschaffen, aber das Leben selbst wird von der Natur erschaffen. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen unschuldigen Menschen zu töten. Weder der anmaßende BRD-Politiker, noch die emanzipierte Frau, die sich auf die Straße stellt und schreit: "Mein Bauch gehört mir". Eine Abtreibung hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun. Die Entscheidung, sich gegen eine sexualisierte bzw. "sexuell befreite" Gesellschaft zu stellen, in der das ständige Wechseln der Geschlechtspartner beinahe schon zum guten Ton zählt, das ist Selbstbestimmung. Die Tötung eines unschuldigen Menschen aus niedersten Beweggründen wie dem Festhalten an der geliebten, verantwortungslosen und unabhängigen Lebensweise ist Mord. Und in dem Maße, in dem Abtreibungen jährlich in der BRD vollzogen werden, ist es sogar Massenmord.
08.09.10

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Exilschwabe
09.09.10 um 00:34
antworten
"Kein Mensch hat das Recht, einen anderen unschuldigen Menschen zu töten."
Und genau hier scheiden sich die Geister. Wann beginnt das menschliche Leben (und wann endet es)? Sicherlich sind die Grenzen fließend, müssen aber doch festgelegt werden.
Wer eine gefestigte Meinung zu diesem Thema hat kann sich mit Peter Singers (Jude) "praktische Ethik" und "Leben und Tod" befassen. Er führt teilweise radikale Thesen an und begründet sie (aus seiner Sicht) logisch und vor Allem konsequent.
sie
09.09.10 um 22:05
antworten
Warum muss festgelegt werden, wann ein menschliches Leben beginnt? Sobald sich der Samen in der Gebärmutter einnistet, ist es Leben. Ganz gleich, ob menschlich oder noch eine Eizelle. Es lebt. Und wie sehr gut in diesem Artikel formuliert: Es ist Mord. Und jede Frau, die behauptet, ihr Bauch gehöre ihr, ist keine Frau in meinen Augen. Denn Frauen sind geboren, um Leben zu schenken. Und da kann auch kein Demokrat etwas dran ändern.
Exilschwabe
10.09.10 um 00:37
antworten
Damit gibt es ein Problem bei künstlichen Befruchtungen. Um eine höhere Wahrscheinlichkeit zu erzielen werden mehrere befruchtete Eizellen eingesetzt. Ist das auch Mord?
Das Problem liegt weit tiefer und lässt sich in meinen Augen nicht dadurch lösen, dass man das Leben an sich für heilig erklärt. Das schafft nur begrenzt eine Lösung bei der Abtreibungsdiskussion und wirft zudem erhebliche Probleme auf, wenn es um Sterbehilfe und Euthanasie geht.
....
10.09.10 um 20:06
antworten
Eine Eizelle zu zerstören ist Mord. Genau wie die Todesstrafe im Falle ihres Einsatzes ein Mordinstrument des Systems wäre.
AN Göppingen
14.09.10 um 12:01
antworten
Sehen das genauso.
Abtreibung ist und bleibt Mord.
Und millionenfacher Mord ist in diesem menschverachtenden System ungesühnt geblieben.
Es widert nur noch an, zu sehen, wie heutzutage Kinder gezeugt und diese dann per Abtreibung entsorgt werden. Als wäre es das normalste der Welt, Leben zu vernichten.
Abtreibung ist ehrlos, verachtenswert und Verrat und Mord an unserem Volk!
Fabian
15.09.10 um 18:49
antworten
Ist so ein Fötus mehr wert als das Tier das später auf euren und meinem Teller als Schnitzel landet? Meiner Meinung nach sind sie zumindest gleichwertig.
Nils
30.09.10 um 03:51
antworten
Und wenn dann nach neun Monaten - eigentlich aber 10 ! - so ein kleines deutsches Wesen da ist und du überlegst - ABGETRIEBEN ? Liebe zu machen um des puren Lustgewinnes eben, wie es uns immer wieder vorgegaukelt wird - NEIN DANKE , dann schon lieber eine gewisse Armut und Kinder und Kindeskinder aber eine materielle Armut eher, keine geistig - emotionale Armut, und wenn ich dann in die Augen dieser Kleinen schaue, so viel Kraft, so viel Mut aber heutzutage auch so viel Verzweiflung wenn nur noch die MIGRANTEN Kinder haben - verdammt nochmal, Volkstod auf der einen Seite durch puren Lustgewinn auf der anderen Seite.
Bobby
01.10.10 um 17:00
antworten
Die Weisheit des Arztes
Eine Frau kam aufgeregt zu ihrem Gynäkologen, ihr Kindchen auf dem Arm: „Herr Doktor, Sie müssen mir helfen! Mein Kindchen ist noch nicht einmal 1 Jahr alt und ich bin wieder schwanger. Ich kann und will doch nicht 2 Kinder so kurz hintereinander!”
“Aha”, sagte der Arzt, “Aber was soll ich denn da tun?”
„Ich bitte Sie, meine Schwangerschaft zu unterbrechen“, sagte die Frau. „Und ich bin auf Ihre Hilfe angewiesen!“
Der Arzt dachte eine ganze Weile lang nach und sagte schließlich zu der jungen Frau: „Ich glaube, ich habe eine bessere Lösung Ihres Problems gefunden. Was ich vorschlage, ist auch nicht so gefährlich für Sie.“
Die Frau lächelte, denn sie dachte, der Arzt würde damit auf ihren Wunsch eingehen.
Der Arzt setzte fort: „Damit Sie nicht damit belastet sind, zwei kleine Kinder zur gleichen Zeit zu versorgen, töten wir einfach das, das Sie da auf dem Arm haben. Auf diese Weise haben Sie noch eine ganze Weile Ruhe, bevor das zweite geboren wird. Wenn wir ohnehin eines der beiden umbringen müssen, kommt es ja nicht darauf an, welches. Und für Ihr körperliches Wohlbefinden und für Ihre Gesundheit wäre diese Lösung ja gefahrlos.“
„Nein, nein!“ schrie die Frau entsetzt, „Sind Sie wahnsinnig?! Es ist doch ein Verbrechen, ein kleines Kindchen zu töten!!“
„Ja, stimmt!“, sagte der Arzt ruhig, „Aber da Sie ja dazu entschlossen waren, dachte ich, das sei vielleicht doch die bessere Lösung.“
Viel brauchte er nicht mehr zu sagen. Er hatte die werdende Mutter überzeugt, daß es keinen Unterschied macht, ein bereits geborenes Baby umzubringen, oder eines, das noch im Mutterleib geborgen ist. Beides ist das gleiche Verbrechen.
XX
18.10.10 um 22:33
antworten
Aber ein aussichtsloses Leben ist einem Kind zumutbar? Ein Vergewaltigungsopfer muss das Leben ihres Peinigers austragen?
Vielleicht sollte manchmal über den eigenen Gartenzaun hinaus geschaut werden. Man sollte sich auch in andere versetzen können. Was nicht heisst, dass Abtreibung als Verhütung gesehten werden soll. Doch verallgemeinerne Haltungen sind in meinen Augen grundsätzlich schlecht. Wo bleibt das Individuum?