Frieden schaffen mit Atomwaffen

Frieden schaffen mit Atomwaffen

Unter begeistertem Jubel von rund 30.000 Zuhörern kündigte US-Präsident Obama vor einem Jahr in Prag seinen Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt an. Im Namen der USA gab er "ein Versprechen ab, eine Welt ohne Atomwaffen schaffen zu wollen" und kündigte die Ratifizierung des UNO-Vertrags zum Verbot von Atomwaffentests in den USA an.

"Wir werden damit anfangen, unser Atomwaffenarsenal zu reduzieren."

Im April dieses Jahres besiegelte Obama und Medwedew den Nachfolgevertrag des START-Abkommen zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen, doch schon dieser entpuppt sich als Taschenspielertrick, bei dem auf dem Papier 846 Atomwaffen formal abgerüstet werden, ohne dass auch nur eine einzige außer Dienst gestellt werden muss.

Nun kündigt der Friedensnobelpreisträger an, zusätzlich zu den sieben Milliarden Dollar, die bereits im Haushalt 2011 vorgesehen sind, in den kommenden zehn Jahren 80 Milliarden Dollar in die Modernisierung des Atomwaffenarsenals der USA zu stecken, um die Befürchtungen zu zerstreuen, mit dem START-Abkommen würde die Verteidigung der USA geschwächt. In einem Bericht des US-Kongress heißt es dazu:

"Um eine effiziente nukleare Abschreckung zu wahren, müssen die USA eine moderne Infrastruktur aufbauen und hoch qualifizierte Arbeitskraft erhalten."

80 Milliarden Dollar zur Abschreckung mittels Atomwaffen, während der Bundesstaat Kalifornien einen Sparplan ankündigte, bei dem staatliche Zuschüsse für Kinderhorte, arbeitslose Familien, psychisch Kranke und die Betreuung älterer Menschen in ihren Häusern stark beschnitten oder ganz wegfallen werden.

In seiner Rede bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo kam Obama zum Schluss:

"Denn ein wahrer Friede bedeutet nicht nur Freiheit von Angst, er bedeutet auch Freiheit von Not."

Eine Not, die mit 80 Milliarden Dollar wohl gelindert werden könnte, aber vielleicht wird nun so einigen bewusst, dass mit dem unablässig propagierten "Change" wohl gemeint war, alles genau anders zu machen, als er es vor der Wahl zum US-Präsidenten angekündigt hatte – eben so, wie jeder aufrechte Demokrat.

17.05.10

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